NEXT ANDRÄ - ein Ort für Kunst in Kooperation von Akademie Graz und ANDRÄ.KUNST
Eva Chytilek (*1981 in Wien) arbeitet im Bereich der Skulptur und Installation. Sie hat ein Studium der Szenographie abgeschlossen und soeben ihr Diplom in der Klasse für Mediale Kunst und Skulptur bei Erwin Wurm absolviert. In ihrer Arbeit tauchen Räume, Alltagsgegenstände und Interieurs auf, die durch den Eingriff der Künstlerin neu miteinander verknüpft werden.
Wolfgang Lehrner (*1980 in Wien) ist ein Beobachter. Er fotografiert und filmt – meistens auf Reisen. Dabei konzentriert er seinen Blick auf unscheinbare Dinge und Vorgänge, die üblicherweise wie gleichbleibende Geräusche aus der Wahrnehmung gefiltert werden. Diese teils absurden, teils magischen Szenen einer unbeachteten Wirklichkeit scheinen sich wie auf Abruf vor seiner Kamera zu inszenieren. Lehrner studierte in der Klasse für Transmediale Kunst bei Brigitte Kowanz.
Werner Reiterer (*1964 in Leibnitz) studierte Grafik bei Maximilan Melcher. Seine Arbeit teilt sich in verschiedene Bereiche. Trotzdem sind Werner Reiterers Zeichnungen, Fotografien, Skulpturen, Installationen oder Interventionen im öffentlichen Raum durch bestimmte Codes und Methoden wie der Interaktion miteinander sowohl inhaltlich als auch stilistisch verbunden. (das beschreibt nicht wirklich etwas)
Party of Silence
Eva Chytileks Auseinandersetzung mit dem Begriff der Absenz in ihrem jüngsten Werkzyklus lieferte die Inspiration zu „Party of Silence. Die Künstlerin arbeitete hier mit „Leerstellen“ und Assoziationen auf das Abwesende oder Verschwundene.
„Party of Silence“ ist der Versuch eine visuelle Stille zu erzeugen. Unter Stille ist das Fehlen von Geräuschen oder Bewegungen. Befindet man sich in einem Raum absoluter Stille ohne jede Reflexion (Camera silens), wird die Orientierung erschwert und ein Gefühl der Beängstigung stellt sich ein. Das Hören ist eine für den Menschen nicht bewusst beeinflussbare oder abschaltbare Sinneswahrnehmung - ganz im Gegensatz zum Sehen. Trotz dieser besonderen Rolle findet die Akustik in der bildenden Kunst keine so große Beachtung. Obwohl keiner der teilnehmenden Künstler in „Party of Silence“ sich als Klangkünstler (eine relativ junge Kunstform, die sich aus der Installationskunst entwickelt hat) versteht, findet man in ihren Werken die Auseinandersetzung mit den besonderen Eigenschaften der Stille. Werner Reiterer fordert das Publikum in seiner Intervention „Breath“ (für das Obere Belvedere, Wien) dazu auf laut zu schreien. Dieser akustische Eingriff triggert eine Reihe von Licht- und Toneffekten, die den Raum aus seiner Ruhe bringen. Wolfgang Lehrners Videos werden oft von Tonspuren begleitet, die einen atmosphärischen Überblick des Raumes schaffen, in dem sich das Gesehene abspielt. Diese Klänge sind meist Stör- und Umgebungsgeräusche, die das menschliche Gehirn habituell zu „überhören“ gelernt hat. Paradoxerweise symbolisieren aber gerade diese Geräusche in seinen Arbeiten die das Bild einschließende Stille.
Kurator: Valentin Ruhry