FRÜHLINGSVORLESUNG

DAS LEBEN IST UNGERECHT

>> et expecto<<

Krankheiten, Behinderungen, Lebenszeiten und Todesarten stellen die sozialpolitischen Ideale der Gerechtigkeit in Frage. Was nützen Arbeitszeit- und Steuerausgleichszahlungen, Kindergeld und Ren¬ten, Versicherungen und Bausparkredite, wenn manche Menschen schon als Kinder sterben, andere dagegen ein Jahrhundert – womöglich in Glück und Reichtum – erleben dürfen? Wird die mögliche Solidarität der Sterblichen, existentielles Fundament der Demokratie seit der griechischen Antike, nicht durchkreuzt von Differenzen, wie sie Elias Canetti in seinem beklemmend aktuellen Gedanken¬experiment über Die Befristeten zur Darstellung brachte? Welche Antworten haben die Religionen und Weisheitslehren der Frage nach dem Widerspruch zwischen Sterblichkeit und Gerechtigkeit er¬teilt? Und welche Antworten geben wir uns heute?

Mittwoch, 31. März 2010
Beginn: 19.00 Uhr
Kulturzentrum bei den Minoriten
ImCubus, Mariahilferplatz 3/I

© Akademie Graz / Schmiedgasse 40/I / A-8010 Graz