DRUCKGRAFIKWORKSHOP MIT ALFRED ULLRICH (D)
Präsentation der SchülerInnenarbeiten in den Auslagen der Stadtbibliothek Zanklhof.
Thema des Workshops sind Vorbilder (Rollenbilder, role models, Klischees).
Wie entsteht eine Radierung? (Alfred Ullrich)
„In diesem Fall: In die Kunststoffplatte wird die Zeichnung eingeritzt (kommt bei Druck spiegelverkehrt). Man reibt nun die Platte mit Farbe ein, sodass sie auch in die kleinsten Vertiefungen dringt. Dabei wird die ganze Platte voll Farbe. Ganz langsam wischt man mit einem Tuch über die Platte, sodass nur noch in den Vertiefungen Farbe bleibt. Um das Bild auf Papier zu übertragen, kommt die Platte in die Druckpresse. Das Papier wird angefeuchtet, damit es nachher die Farbe noch besser aufsaugt. Zwei Walzen pressen Platte und Papier gegeneinander, wobei das Papier die Farbe aus den Vertiefungen der Platte zieht. Diese Arbeit, die man ‚drucken’ nennt, wird auf einer Handpresse gemacht.“
Alfred Ullrich ist 1948 in Schwabmünchen geboren; er verbrachte die Kindheit und Schulzeit in Wien. Die Geschichte seiner Mutter, eine Sinteza, die als eine von wenigen die Konzentrationslager überlebt hat, sowie von den anderen Verwandten, mit denen die Familie anfangs am nördlichen Stadtrand von Wien zusammengelebt hat, schon ohne den deutschen Vater, hat ihn geprägt. Unter den Sinti war er der Deutsche, später im Wiener Gemeindebau in der Josefstadt dann wieder der Zigeuner. An die Schule schloss sich eine fünfzehnjährige Orientierungsphase an mit Reisen in Europa. Dank
Münchner Freunden errang er danach einen Wohnsitz. Es folgten einige Jahre als Bühnenarbeiter an öffentlichen und freien Bühnen. Er gewann auch in der Werkstatt für manuelle Druckverfahren die ersten Erfahrungen als Kunstdrucker. Seine ersten eigenständigen Radierungen fertigt er seit 1980 im Raum Dachau an, wo er bis heute wohnt und künstlerisch aktiv und unter anderem auch in der Künstlervereinigung Dachau organisiert ist.