20.03.2013 - 20.03.2013

FRÜHLINGSVORLESUNG

Der überflüssige Mensch oder die mörderischen Widersprüche des Spätkapitalismus

Ilija Trojanow wurde 1965 in Bulgarien geboren. 1971, kurz vor seiner Einschulung, flohen seine Eltern mit ihm über Jugoslawien und Italien nach Deutschland, wo sie in München politisches Asyl erhielten. Ein Jahr später zog die Familie nach Kenia, wo sein Vater als Ingenieur arbeitete. Von 1972 bis 1984 lebte Ilija Trojanow in Nairobi - unterbrochen von einem dreijährigen Aufenthalt in Deutschland (1977-1981).
Nach einem längeren Besuch in Paris studierte er von 1984 bis 1989 "Jura, Ethnologie und Havarie" an der Maximilians-Universität in München. 1989 gründete er den Marino Verlag, der sich auf afrikanische Literatur spezialisierte. Anfang der neunziger Jahre durchreiste Trojanow Afrika. Aus dieser Zeit stammt sein erstes Buch In Afrika. Mythos und Alltag Ostafrikas (Marino 1993), in dem er schildert, wie sich sein anfängliches Befremden in Interesse und Zuneigung für seine neue Heimat Kenia verwandelt.
Nach Naturwunder Ostafrikas (Frederking & Thaler 1994), erschien 1996 Hüter der Sonne. Begegnung mit Simbabwes Ältesten (Frederking & Thaler), das er mit dem Autor Chenjerai Hove verfasste. Im selben Jahr erschien sein erster Roman Die Welt ist groß und Rettung lauert überall (Carl Hanser), der von der Exilerfahrung einer Familie vom Balkan in einem italienischen Asylantenheim handelt. 1998 übersiedelte Trojanow nach Bombay.
Aus Indien schrieb er Reportagen und Essays unter anderem für die Frankfurter Allgemeine Zeitung, die Süddeutsche Zeitung und die Neue Züricher Zeitung. 1999 erschien sein Essay Hundezeiten. Heimkehr in ein fremdes Land (Carl Hanser) über seine Rückkehr nach Bulgarien. 2001 unternahm er einen dreimonatigen Fußmarsch durch Tansania auf den Spuren des englischen Entdeckers und Orientalisten Sir Richard Francis Burton (1821-1890). Im selben Jahr erschien das Buch Der Sadhu an der Teufelswand (Frederking & Thaler). An den Inneren Ufern Indiens (Hanser 2003) schrieb Trojanow, nachdem er entlang des Ganges von der Mündung bis in die großen Städte gereist war. Zuletzt nahm er an der großen Hadsch teil; davon berichtet er in dem Buch Zu den heiligen Quellen des Islams. Als Pilger nach Mekka und Medina. (Piper 2004).
Im März 2006 erschien sein umfangreicher Roman Der Weltensammler, der den Preis der Leipziger Buchmesse gewann, und monatelang auf den Bestsellerlisten in Deutschland, Schweiz und Österreich stand. Im Mai 2007 erschien sein Reportagenband Nomade auf vier Kontinenten, und im Herbst 2007 der Essay, geschrieben zusammen mit dem indischen Publizisten Ranjit Hoskoté, Kampfabsage. Kulturen bekämpfen sich nicht, sie fließen zusammen. Im Februar 2008 erschien sein neues Buch Der entfesselte Globus. 2007/2008 übernahm Ilija Trojanow eine Poetik-Dozentur an der Universität Tübingen.

Trojanow wurde mit verschiedenen Literaturpreisen ausgezeichnet, darunter der Bertelsmann-Literaturpreis beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb 1995, der Marburger Literaturpreis 1996, der Adalbert-von-Chamisso-Preis 2000, der Berliner Literaturpreis 2007 und der Mainzer Stadtschreiberpreis 2007.
Seine Bücher wurden ins Arabische, Brasilianische, Bulgarische, Chinesische, Englische, Französische, Holländische, Italienische, Katalanische, Koreanische, Polnische, Portugiesische, Russische, Spanische, Tschechische, Türkische und Ungarische übersetzt. 
Frühlingsvorlesung & Herbstvorlesung veranstaltet von Akademie Graz, in Kooperation mit dem Literaturhaus Graz,
DIE PRESSE und Residenz Verlag.


ILIJA TROJANOW, Schriftsteller, übersetzer, Verleger.

 
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