13.01.2015 - 20.01.2015

KUNST VOR ORT

AUSSTELLUNG ANDREAS VORMAYR

ANDREAS VORMAYR


Bodenobjekte
 

Lucio Fontana, Rosemarie Trockel oder Ai Weiwei, um drei bekannte Namen beispielhaft zu nennen, haben neue Zugänge zur keramischen Kunst eröffnet. Sie zeigten, dass die Möglichkeiten der Keramik praktisch unendlich sind – denken wir nur an die Plastizität des Tons, ein einfaches und natürliches Material mit vielfältiger Form- und Bearbeitbarkeit, ein Jahrtausende überdauerndes Speichermedium; ebenso die Vielfalt der Glasuren mit ihren farblichen, strukturellen, materiellen Qualitäten. Lucio Fontana wandte die Zerstörung als ikonoklastisches wie schöpferisches Prinzip, wie er es mit seinen berühmten aufgeschlitzten Bildern entwickelt hat, auch auf seine keramischen „Concetti spaziali“ (Raumkonzepte) an. Rosemarie Trockel folgte diesem konzeptuellen Weg Fontanas. Im scheinbar rücksichtslosen Experimentieren und Kombinieren abseits jeder handwerklichen Korrektheit setzt sie das Material so frei, dass niemand dabei mehr an keramische Arbeiten denkt und doch jeder seine Position zur Keramik überdenken muss. Da gibt es Arbeiten, die z.B. durch Abdrücke von Fleisch entstanden sind und massige, intensiv farbige Wandskulpturen bilden, minimalistische Objekte ebenso wie organisch-wuchernde Allusionen. Ai Weiwei bezieht sich auf die über viele Jahrhunderte erarbeitete Meisterschaft in der Keramik, wenn er eine wertvolle alt-chinesische Vase auf dem Boden zerschellen lässt; und ebenso, wenn er von einer traditionellen Porzellanmanufaktur unzählige Sonnenblumenkerne herstellen lässt. Mit diesen Performances und Installationen entwickelt er wirkmächtige ästhetische Szenarien, die Kritik am aktuellen politischen System in China zum Ausdruck bringen.
Obwohl der keramischen Kunst gerne der Vorwurf des Kunsthandwerklichen entgegen gebracht wird, ist doch die Auseinandersetzung mit Ton und Glasur eine kontinuierliche in der Kunstgeschichte, und das gilt auch für die zeitgenössische Kunst – ja es ist sogar ein regelrechter Trend festzustellen. Reizvoll für viele ist dabei die Tatsache, dass das keramische Objekt in seiner Herstellung immer auch dem Zufall unterworfen ist. Der Steuerung des Produktionsprozesses sind Grenzen gesetzt und so wird der Zufall zu einer willkommenen Möglichkeit der unerwarteten Transformation.

Andreas Vormayr studierte Keramik an der Meisterschule für Kunst und Gestaltung an der HTBLVA Ortweinschule Graz bei Irmgard Schaumberger. Andreas Vormayrs Bodenobjekte sind Form- und Oberflächenanalysen des Keramischen entgegen den Konventionen des Keramischen (was einige technische Herausforderungen mit sich bringt). Er greift das Motiv des Gefäßes auf, aber es sind dennoch abstrakte Formen, die Vormayr bewusst auf der Basis von industriellen keramischen Verarbeitungstechniken entwickelt. Er generiert so zum Beispiel an Schamotterohre erinnernde Basisformen, die er mit Ton und dick aufgetragenen Glasuren überarbeitet. Diese lassen dann im Brennvorgang Formen entstehen, die sich wie Natur verhalten, wuchernd und überquellend. Andreas Vormayr stellt seine Glasuren selbst her. Ziel seiner Experimente ist, dass die Glasuren im Brennvorgang gewissermaßen ein Eigenleben entwickeln. Die daraus entstehende plastisch-haptische Qualität der glasierten Oberflächen wird durch die Verwendung gedeckter Farben wie weiß, dunkelblau, grau oder schwarz noch betont.

Die nüchternen Ausgangsformen werden direkt aus der Strangpresse entwickelt bzw. sind es aus Platten aufgebaute geometrische Formen. Oder ein Rohr wird in Segmente zerschnitten, aus denen eine neue Hohlform aufgebaut wird, wobei die einzelnen Teile so zueinander versetzt sind, dass die Segmentierung formal dominant bleibt.
Ton ist ein perfekter Speicher. Ungebrannt ist er immer wieder verwendbar; wobei zu beachten ist, dass Ton ein „Gedächtnis“ hat, das heißt alle Formvorgänge werden im Material gespeichert. Wenn Ton gebrannt wird, kristallisiert die Form mit allen Informationen und es entsteht dadurch etwas Neues. Um an ein Neues, Anderes heranzukommen, ist aber auch eine Distanzierung vom vorhandenen Wissen erforderlich. Die technischen Herstellungsverfahren ermöglichen es Andreas Vormayr, neutrale Formen herzustellen. Kontrastierend dazu beruht die Entwicklung der selbst hergestellten Glasuren auf dem „Fehler“ als Gestaltungselement – schon eine einzige Blase wäre üblicherweise ein solcher. Andreas Vormayr legt es aber gerade darauf an, dass seine Glasuren im Brennvorgang aufkochen, damit die aufplatzenden Blasen unterschiedliche Strukturen bilden, die wie Schaum oder poröse Knochen oder wuchernde Bakterienkulturen wirken. Die Glasuren sind damit das dominierende plastische Gestaltungselement, sie geben dem Objekt seine endgültige Form und Ausdruckskraft. Präsentiert werden diese schweren Bodenobjekte als Reisende, in Begleitung ihres schützenden Gehäuses – schaumstoffgefütterte Transportboxen, die die Fragilität der massiven Formen vor Augen führen.

ANDREAS VORMAYR
 

geb. 1986 in Oberndorf bei Salzburg, arbeitet und lebt als Fotograf und bildender Künstler in Graz.

Studierte Schauspiel an der “Athanor Akademie für darstellende Kunst” in Burghausen sowie Fotografie an der “Akademie für angewandte Photographie” in Graz und als außerordentlicher Schüler an der Landesberufsschule Graz und Keramische Formgebung an der Meisterschule für Kunst und Gestaltung an der HTBLVA-GRAZ Ortweinschule bei Irmgard Schaumberger.

 

AUSSTELLUNGEN


2010

“Obszön? – Erotika 1900 bis heute”, Galerie remixx, Graz
Sein und Werden, Spektral, Graz
styrianARTfoundation, ORF – Landesstudio Steiermark, Graz styrianARTfoundation, HYPO Steiermark, Graz
Photo Kina 2010, Köln, im Zuge des “Canon Profifoto Förderpreises”, Rathausgalerie Graz


2011
“Das Karussell”, Alte Seifenfabrik, Graz


2012
“Mixed Media”, Galerie Eugen Lendl, Graz “Foto Graz Zagreb”


2013
“Das Karussell”, Alte Seifenfabrik, Graz
„Keramik”, Kunst.Wirt.Schaft, Graz
Holzsymposium in Leutschach, Steiermark, veranstaltet vom Kunstverein Roter Keil
„Clay Days”, Graz


2014
Eröffnungsausstellung des AtelierX in Graz

 

www.andreasvormayr.at

 

 

Dauer der Ausstellung:

14.01. – 13.02.2015


Öffnungszeiten:

Mo – Do, 8 – 16 Uhr,
Fr, 8 - 12 Uhr und nach Vereinbarung

unterstützt von:
Graz Kultur
Nachlese
KUNST VOR ORT
Ausstellung KETTENREAKTION Eva-Maria Roi

Eröffnung: 09.09.2014, 18.00 Uhr Ausstellungsdauer: 10.09. – 26.09.2014
Die Ausstellung eine Kooperation mit der Meisterschule für Kunst und Gestaltung (Stipendium der Akademie Graz für eine Absolventin der Meisterschule für Kunst und Gestaltung).


In einer Gesellschaft, die seit jeher von Macht, Kapital und Egoismus beherrscht wird, wo fangen wir da an, et­was Gutes zu tun? Jede Veränderung beginnt im Kleinen. Wir Menschen bilden ein Netzwerk, in dem jede Aktion eine Reaktion hervorruft. Mein Kunstwerk stellt dieses Netzwerk dar. Viele Tonscheiben symbolisieren uns Men­schen, jeder für sich und doch im Dasein und in den Aktionen stets miteinander, als großes Ganzes, verbunden. Diese Scheiben können mitgenommen werden – zur frei­en Entnahme, im Bewusstsein, Teil dieses Netzwerkes zu sein. Wie beeinflussen Aktionen der einzelnen Teile das Gesamte, was können die gesellschafts­ bzw. sozi­alkritischen Aspekte des Handelns jedes Einzelnen sein?
 


 

KUNST VOR ORT
Ausstellung Anneliese Schrenk

Eröffnung: 07.10.2014, 18.00 Uhr
Ausstellungsdauer: 08.10. – 07.11.2014

Anneliese Schrenk arbeitet mit dem Material Leder, mit gegerbten Rinderhäuten, die die Spuren eines gelebten Lebens tragen. Sie spannt sie auf Keilrahmen oder sie gestaltet damit Objekte, geometrische Formen sowie Arrangements von Faltungen. Die damit stets präsenten Referenzen auf kunsthistorische Traditionen werden kon­ terkariert durch die Sensualität, die Gegenwärtigkeit und „Lebendigkeit“ des verwendeten Materials.


 

KUNST VOR ORT
Ausstellung Gustav Troger

Eröffnung: 12.11.2014
Ausstellungsdauer: 13.11. – 09.01.2014


Gustav Troger, geb. 1961 in Kohlschwarz/Stmk. Troger lebt und arbeitet seit 1989 in Los Angeles und Graz, er arbeitet(e) unter den Pseudonymen Clarence Anglin, Dr. Watson und Antonin Nalpas, the collector und Mirror­man. Auszeichnungen u.a.: 1987 Otto­-Mauer­-Preis, 1992 Staatsstipendium, 2002 Würdigungspreis des Landes Steiermark für bildende Kunst. 

Kunst vor Ort
Finissage Ausstellung Gustav Troger - comic abstraction

comic abstraction

AKA   DEMIE   G   RAZ   SCH   MIED   G   ASSE   40, 16. DEZ, 18.00

Imagine,
With a Little Help From My Friends,
The Child is Black, The Child is White,
Chase This Crazy Bold Hands out of Town,
Blowin in the Wind,


FINISCHAS®, WEIHNICHTSF   EIER,
CROWD + KN ÖDEL, GL   ÜH + W   EIN, H   ACH HUCKEN   K REUZ
HUCH   HA   KENKREUZ   , SPR   ACH   UN D   BILDFINDUNGSANSTRÄNGUNG


You’ve Got The Blues

Le couple d’Avignon celebrating and inaugurating

DA D  K   NU   DDLE       ST AND   ART  
The   B   lack   Living   CUB   IST   SCULPTURE

in memory of   RUH   DOLF   ST   EINER

Men in Black,

THANKS FOR COMING WE APPRECIATE

Musée d’Art Moderne, Dèpartment des Aigles, Section des figures DADA
BROT HEARS   BROTH EARS   B   ROT   HÖRT
© Reizmuster, trogermirrortravel

® Wort   Sp   ende, Heidi O

stuff members: Astrid Kury, Bob Dylan, Bob Marley, Dorothee Steinbauer, Elke Riedlberger, Franz Kafka, Gernot Rath, Gustav Troger, Heidi Oswald, Heinz Fischer, Ingrid Vien, Joe Cocker, John Lee Hooker, John Lennon, Johnny Cash, Joseph Beuys, Karl Valentin, Linus, Marcel Broodthaers, Michael Jackson, Michaela Reichart, Robert Crumb, Walter Titz.

get stuffed too, suggested black clothing

Akademie Graz
Neutorgasse 42, 8010 Graz
STADTPLAN

 

Tel: (0043) 0316 83 79 85 - 0
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