14.11.2016 - 21.11.2016

HERBSTVORLESUNG

Die Welt aus den Angeln - Äußere Umstände, innere Zustände

Teil I: Baby, its cold out there

Über die Kleine Eiszeit und die Erfindung der Moderne

 

Europa – ein erneut ins Taumeln geratender Kontinent? Der Historiker und Autor Philipp Blom zieht eine Parallele zwischen historischen Krisensituationen und der Gegenwart: Klimawandel, Verteilungskämpfe und die Sehnsucht nach dem Autoritären bedrohen  Zusammenhalt, Wohlstand und sozialen Frieden in Europa. Was können wir dem entgegensetzen, wenn, wie Philipp Blom konstatiert, wir keine Zukunft gestalten wollen, so Blom, sondern nur die Gegenwart so lang wie möglich ausdehnen? Angesichts der Dimension und Komplexität sich abzeichnender Umbrüche, ist die Grenzen „dicht zu machen“, keine Lösung.

Philipp Blom, * 1970 in Hamburg, studierte Philosophie, Geschichte und Judaistik in Wien und Oxford. Der promovierte Historiker lebte und arbeitete in London und Paris als Autor und Journalist, seit 2006 in Wien. International bekannt wurde er mit seinen mehrfach ausgezeichneten Sachbüchern über die Aufklärung, den Ersten Weltkrieg und die Zwischenkriegszeit. Daneben verfasste er mehrere Romane. Radiohörern ist Blom als Moderator der Ö1-Diskussionssendung „Von Tag zu Tag“ bekannt. Publikationen u.a.: Bei Sturm am Meer, Wien 2016; Die zerrissenen Jahre. 1918–1938, München 2014; Böse Philosophen. Ein Salon in Paris und das vergessene Erbe der Aufklärung, München 2011; Der taumelnde Kontinent. Europa 1900–1914, München 2009.

Montag, 14. November 2016
Beginn: 19.00 Uhr
Literaturhaus Graz, Elisabethstraße 30

 

Anfragen und Kartenreservierungen:

Akademie Graz
Elke Riedlberger
0316 837985-14
elke.riedlberger@akademie-graz.at

Eine Veranstaltung der Akademie Graz und Residenz Verlag in Kooperation mit Literaturhaus Graz

Mit freundlicher Unterstützung von
Hans-Peter Porsche TraumWerk - wo Träume wahr werden ...

 

 

unterstützt von:
Nachlese
HERBSTVORLESUNG VON ANNA KIM
Die Tyrannei der Sichtbarkeit - Das Öffentliche und das Private

Das Thema der Herbstvorlesung umfasst die großen politischen Felder des Öffentlichen und und des Privaten, mit dem Fokus auf die Sprache und das Schreiben. Es wird einerseits um Schattensprachen gehen, das heißt um Sprachen, die der privaten Sphäre zugeteilt sind, und um deren Verhältnis zur öffentlichen/offiziellen Sprache. Dies macht einen Exkurs über das Thema Sprache und Macht notwendig. Andererseits spricht Anna Kim über den Prozess des Verhörens und das Verhör als eine Sphäre jenseits des Öffentlichen und Privaten.

 

Anna Kim, geb. 1977 in Daejeon/Südkorea, ist eine österreichische Schriftstellerin, sie schreibt v.a. erzählende Prosa und Gedichte. Anna Kim lebt seit 1983 in Wien, wo sie Philosophie und Theaterwissenschaft studierte. Studienaufenthalt in London und Cambridge 2000 bis 2002. Sie veröffentlichte ihre Arbeiten ab 1999 in verschiedenen Literaturzeitschriften wie unter anderem manuskripte, Zwischenwelt und VOLLTEXT. Sie ist Mitglied der Grazer Autorenversammlung.
Ihr erster Roman „Die Bilderspur“ erschien 2004 im Droschl Verlag. Ihr zweiter Roman „Die gefrorene Zeit“ (Droschl 2008) erzählt von der Suche eines Kosovaren nach seiner verschwundenen Frau vor dem politischen Hintergrund des Balkankriegs. Aus intensiven Recherchen in Grönland speisen sich die literarische Reportage „Die Invasion des Privaten“ zu Fragen von Postkolonialismus und Identität (Droschl 20110) ebenso wie der 2012 bei Suhrkamp erschienene Roman „Anatomie einer Nacht“.
Auszeichnungen u.a.: Elias-Canetti-Stipendium 2009; Robert-Musil-Stipendium 2010; Literaturpreis der Europäischen Union 2012 für „Die gefrorene Zeit“.

 


 

FRÜHLINGSVORLESUNG
KINDERWUNSCH OHNE GRENZEN?

Elisabeth Beck-Gernsheim in Soziologin in München, mit Professuren in Deutschland, England und Norwegen, aktuell ist sie Senior Research Fellow am Institute for Cosmopolitan Studies der Universität München. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Familie und Geschlechterverhältnisse, Migration und Ethnizität, Technik und Technikfolgen im Bereich der Medizin. International bekannt wurde sie mit ihren Studien über neue Formen von Familie und Partnerschaft in der Gegenwart, ihre Bücher im Beck- und Suhrkamp-Verlag wurden mehrfach aufgelegt.

Publikationen u.a.: mit Ulrich Beck: Das ganz normale Chaos der Liebe, 1990; Hg. Mit Ulrich Beck: Riskante Freiheiten. Zur Individualisierung der Lebensformen in der Moderne, 1994; Was kommt nach der Familie?, Alte Leitbilder und neue Lebensformen, 1998; Wir und die Anderen. Kopftuch, Zwangsheirat und andere Missverständnisse, 2004 (erweiterte Neuausgabe 2007); Die Kinderfrage heute – Über Frauenleben, Kinderwunsch und Geburtenrückgang, 2006; mit Ulrich Beck: Fernliebe. Lebensformen im globalen Zeitalter, 2011.

FRÜHLINGSVORLESUNG
KINDERWUNSCH OHNE GRENZEN?

Elisabeth Beck-Gernsheim in Soziologin in München, mit Professuren in Deutschland, England und Norwegen, aktuell ist sie Senior Research Fellow am Institute for Cosmopolitan Studies der Universität München. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Familie und Geschlechterverhältnisse, Migration und Ethnizität, Technik und Technikfolgen im Bereich der Medizin. International bekannt wurde sie mit ihren Studien über neue Formen von Familie und Partnerschaft in der Gegenwart, ihre Bücher im Beck- und Suhrkamp-Verlag wurden mehrfach aufgelegt.

Publikationen u.a.: mit Ulrich Beck: Das ganz normale Chaos der Liebe, 1990; Hg. Mit Ulrich Beck: Riskante Freiheiten. Zur Individualisierung der Lebensformen in der Moderne, 1994; Was kommt nach der Familie?, Alte Leitbilder und neue Lebensformen, 1998; Wir und die Anderen. Kopftuch, Zwangsheirat und andere Missverständnisse, 2004 (erweiterte Neuausgabe 2007); Die Kinderfrage heute – Über Frauenleben, Kinderwunsch und Geburtenrückgang, 2006; mit Ulrich Beck: Fernliebe. Lebensformen im globalen Zeitalter, 2011.

HERBSTVORLESUNG
UNERLÖST - KREATIVITÄT ALS PROBLEM

Unerlöst
Kreativität als Problem

Niemals war mehr von Kreativität die Rede als heute. Sie ist nicht mehr Privileg einiger Weniger, sondern gilt als menschliches Grundvermögen. Irgendwo zwischen Lyrik und Ausdruckstanz, zwischen Bildermalen und Musikauflegen sollte kreativ tätig werden, wer auf der Höhe der Zeit sein will. Entsprechend groß ist der Bedarf nach Kreativitätstechniken; gesucht ist Inspiration, wo auch immer sie herkommen möge. Konjunktur hat alles, was sich als Erlösung anbietet: Konsumprodukte werben damit, stimulieren zu können; die Wellness-Industrie lebt vom Versprechen, verschüttete Ressourcen der Kreativität zu öffnen; und von der Kunst erwartet man mittlerweile auch nicht mehr große Meisterwerke, sondern eine Atmosphäre der Kreativität.

 


 

Akademie Graz
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