01.12.2017 - 01.12.2017

HERBSTVORLESUNG

Catalin Dorian Florescu: Die Freiheit ist möglich II. Teil

Das Rad dreht sich immer schneller, alles ist in ständiger Bewegung, nichts darf ruhen, es herrschen Geschwindigkeit und Flüchtigkeit. Von der Glücksverheißung, die einem als Trost angeboten wird, bleibt oft nicht viel mehr als ein vages Unbehagen übrig. Die Aufklärung – das westliche Projekt, vernünftige und (selbst)verantwortliche Individualität durch Bildung, Erziehung und Kultur zu ermöglichen – scheint ihre Grenzen erreicht zu haben. Oder war es nie mehr als nur ein Versprechen? Wer kann hier Abhilfe leisten, nachdem die großen sozialen und ökonomischen Utopien, Kommunismus und Kapitalismus, sich angesichts ihrer Exzesse gründlich blamiert haben?

Ich widme meine Vortragsreihe der 32-jährigen Heather Heyer, die in Charlottesville, Virginia starb, als sie sich dem rechtsradikalen Mob in den Weg stellte. Sie sagte: „Wenn du nicht empört bist, schaust du nicht genau hin.“ (Catalin Dorian Florescu)


Eine Kooperation von Akademie Graz, Literaturhaus Graz und Residenz Verlag.

 


 

Catalin Dorian Florescu, geboren 1967 in Timisoara, Rumänien. 1982 Flucht mit den Eltern in den Westen. Studium der Psychologie an der Universität Zürich; Weiterbildung in Gestalttherapie. Als Psychologe im Suchtbereich tätig. Seit Dezember 2001 freier Schriftsteller. Auszeichnungen u.a.: Josef von Eichendorff-Literaturpreis 2012 für das Gesamtwerk; Schweizer Buchpreis 2011; Anna Seghers-Preis 2003; Chamisso Förderpreis der Bayerischen Akademie 2001. Publikationen u.a.: Der Nabel der Welt. Erzählungen, C.H. Beck Verlag 2017; Der Mann, der das Glück bringt. Roman, C.H. Beck Verlag 2016; Jacob beschliesst zu lieben. Roman, C.H. Beck Verlag 2011; Zaira. Roman, C.H. Beck Verlag 2008; Der Blinde Masseur. Roman, Pendo Verlag 2006; Wunderzeit. Roman, Pendo Verlag 2001. www.orescu.com

 1. DEZEMBER 2017
Beginn: 19:00 Uhr
Literaturhaus Graz, Elisabethstraße 30, 8010 Graz

 

Anfragen und Anmeldung:

Akademie Graz, Elke Riedlberger
T: 0316 837985-14
E: elke.riedlberger@akademie-graz.at
 

Eine Veranstaltung von Akademie Graz in Kooperation mit Literaturhaus Graz, Residenz Verlag und DIE PRESSE

unterstützt von:
Nachlese
HERBSTVORLESUNG
UNERLÖST - KREATIVITÄT ALS PROBLEM

Unerlöst
Kreativität als Problem

Niemals war mehr von Kreativität die Rede als heute. Sie ist nicht mehr Privileg einiger Weniger, sondern gilt als menschliches Grundvermögen. Irgendwo zwischen Lyrik und Ausdruckstanz, zwischen Bildermalen und Musikauflegen sollte kreativ tätig werden, wer auf der Höhe der Zeit sein will. Entsprechend groß ist der Bedarf nach Kreativitätstechniken; gesucht ist Inspiration, wo auch immer sie herkommen möge. Konjunktur hat alles, was sich als Erlösung anbietet: Konsumprodukte werben damit, stimulieren zu können; die Wellness-Industrie lebt vom Versprechen, verschüttete Ressourcen der Kreativität zu öffnen; und von der Kunst erwartet man mittlerweile auch nicht mehr große Meisterwerke, sondern eine Atmosphäre der Kreativität.

 


 

HERBSTVORLESUNG
Die Welt aus den Angeln - Äußere Umstände, innere Zustände

Teil I: Baby, its cold out there

Über die Kleine Eiszeit und die Erfindung der Moderne

 

Europa – ein erneut ins Taumeln geratender Kontinent? Der Historiker und Autor Philipp Blom zieht eine Parallele zwischen historischen Krisensituationen und der Gegenwart: Klimawandel, Verteilungskämpfe und die Sehnsucht nach dem Autoritären bedrohen  Zusammenhalt, Wohlstand und sozialen Frieden in Europa. Was können wir dem entgegensetzen, wenn, wie Philipp Blom konstatiert, wir keine Zukunft gestalten wollen, so Blom, sondern nur die Gegenwart so lang wie möglich ausdehnen? Angesichts der Dimension und Komplexität sich abzeichnender Umbrüche, ist die Grenzen „dicht zu machen“, keine Lösung.

Philipp Blom, * 1970 in Hamburg, studierte Philosophie, Geschichte und Judaistik in Wien und Oxford. Der promovierte Historiker lebte und arbeitete in London und Paris als Autor und Journalist, seit 2006 in Wien. International bekannt wurde er mit seinen mehrfach ausgezeichneten Sachbüchern über die Aufklärung, den Ersten Weltkrieg und die Zwischenkriegszeit. Daneben verfasste er mehrere Romane. Radiohörern ist Blom als Moderator der Ö1-Diskussionssendung „Von Tag zu Tag“ bekannt. Publikationen u.a.: Bei Sturm am Meer, Wien 2016; Die zerrissenen Jahre. 1918–1938, München 2014; Böse Philosophen. Ein Salon in Paris und das vergessene Erbe der Aufklärung, München 2011; Der taumelnde Kontinent. Europa 1900–1914, München 2009.

HERBSTVORLESUNG
Die Welt aus den Angeln Äußere Umstände, Innere Zustände

Teil II: Wer gehört zu uns?
Liberale Träume, autoritäre Träume und das Ende der Demokratie

 

Europa – ein erneut ins Taumeln geratender Kontinent? Der Historiker und Autor Philipp Blom zieht eine Parallele zwischen historischen Krisensituationen und der Gegenwart: Klimawandel, Verteilungskämpfe und die Sehnsucht nach dem Autoritären bedrohen  Zusammenhalt, Wohlstand und sozialen Frieden in Europa. Was können wir dem entgegensetzen, wenn, wie Philipp Blom konstatiert, wir keine Zukunft gestalten wollen, so Blom, sondern nur die Gegenwart so lang wie möglich ausdehnen? Angesichts der Dimension und Komplexität sich abzeichnender Umbrüche, ist die Grenzen „dicht zu machen“, keine Lösung.

 

Philipp Blom, * 1970 in Hamburg, studierte Philosophie, Geschichte und Judaistik in Wien und Oxford. Der promovierte Historiker lebte und arbeitete in London und Paris als Autor und Journalist, seit 2006 in Wien. International bekannt wurde er mit seinen mehrfach ausgezeichneten Sachbüchern über die Aufklärung, den Ersten Weltkrieg und die Zwischenkriegszeit. Daneben verfasste er mehrere Romane. Radiohörern ist Blom als Moderator der Ö1-Diskussionssendung „Von Tag zu Tag“ bekannt. Publikationen u.a.: Bei Sturm am Meer, Wien 2016; Die zerrissenen Jahre. 1918–1938, München 2014; Böse Philosophen. Ein Salon in Paris und das vergessene Erbe der Aufklärung, München 2011; Der taumelnde Kontinent. Europa 1900–1914, München 2009.

HERBSTVORLESUNG
Catalin Dorian Florescu: Die Freiheit ist möglich I. Teil

Das Rad dreht sich immer schneller, alles ist in ständiger Bewegung, nichts darf ruhen, es herrschen Geschwindigkeit und Flüchtigkeit. Von der Glücksverheißung, die einem als Trost angeboten wird, bleibt oft nicht viel mehr als ein vages Unbehagen übrig. Die Aufklärung – das westliche Projekt, vernünftige und (selbst)verantwortliche Individualität durch Bildung, Erziehung und Kultur zu ermöglichen – scheint ihre Grenzen erreicht zu haben. Oder war es nie mehr als nur ein Versprechen? Wer kann hier Abhilfe leisten, nachdem die großen sozialen und ökonomischen Utopien, Kommunismus und Kapitalismus, sich angesichts ihrer Exzesse gründlich blamiert haben?

Ich widme meine Vortragsreihe der 32-jährigen Heather Heyer, die in Charlottesville, Virginia starb, als sie sich dem rechtsradikalen Mob in den Weg stellte. Sie sagte: „Wenn du nicht empört bist, schaust du nicht genau hin.“ (Catalin Dorian Florescu)
 

Eine Kooperation von Akademie Graz, Literaturhaus Graz und Residenz Verlag.

 


 

Akademie Graz
Neutorgasse 42, 8010 Graz
STADTPLAN

 

Tel: (0043) 0316 83 79 85 - 0
office@akademie-graz.at
www.akademie-graz.at