Kenedi se vra’ca ku’ci / Kenedi Goes Back Home
Regie: ŽELIMIR ŽILNIK, Serbien 2003 (http://www.zelimirzilnik.com)
Ein Großteil der Kinder, die in westeuropäischen Ländern geboren und nach Jahren wieder ausgewiesen wurden, ist in dieser Kultur und Sprache groß geworden und muss jetzt in einem Land ums Überleben kämpfen, das nicht mehr das ihre ist. Nachdem diese Menschen alles, was sie besaßen, verkauften, bevor sie ihr Land verließen, stehen sie nun einer Situation gegenüber, die ein normales Leben heute praktisch unmöglich macht.
Žilniks Filme sind aufmerksame, rare Dokumente einer alltäglichen Situation in Europa, die in der Berichterstattung nur am Rande existiert.
Želimir Žilnik (geb. 1942) dreht Ende der 60er Jahre seine ersten Filme, erhält jedoch Arbeitsverbot. Er verlässt Jugoslawien und emigriert nach Deutschland. Mit seinen kritischen und politisch engagierten Arbeiten stößt er aber auch dort auf Widerstand und wird des Landes verwiesen. Zurück in Jugoslawien, bleibt er weiterhin mit Themen wie Emigration, Exil oder Fremdsein, die zentrale Sujets in seinen Arbeiten waren, stets einer politischen Realität verpflichtet. Filme (Auswahl): Early Works (1969), Öffentliche Hinrichtung (1975), Unter Denkmalschutz (1975), Paradise (1976), Farewell (1976), The Way Steel Was Tempered (1988), Tito Among the Serbs for the Second Time (1993), The Fortress Europe (2001).
LASHI VITA – SCHÖNES LEBEN
Dokumentation von Katalin Bársony, 27’, 2008, Duna Television Hungary / Romedia Foundation
Katalin Barsony berichtet regelmäßig für Mundi Romani und Duna Television Ungarn aus der Perspektive Europas größter Minderheit, der Roma: www.mundiromani.com.
„Lashi Vita“ ist eine Mischung aus Romani und Italienisch, eine Sprachmischung, wie sie Roma-ImmigrantInnen in Italien verwenden. Ob Kriegsflüchtling aus dem ehemaligen Jugoslawien, Elendsflüchtling aus Rumänien oder seit 500 Jahren bereits im Land – die Situation der Roma in Italien hat sich dramatisch verschlechtert.
Diese Dokumentation wurde August und September 2008 in Italien gedreht, wo seit dem Mord einer Italienerin durch einen Rom sehen sich alle Roma im November 2007 eine unfassbare Welle von Hass gegen Roma, von rassistischer Gewalt und von fremdenfeindlichen Maßnahmen auslöste. Die Dokumentation zeigt die angespannte Situation und stellt Fragen nach den Menschenrechten in einer der größten Demokratien Europas. Ein hochbrisantes europäisches Thema – beeindruckend dargestellt.
Katalin Bársony, Filmemacherin und Aktivistin Budapest.
Die Filmemacherin und Soziologin Katalin Bársony ist Chefredakteurin und Leiterin von Duna Television Ungarn. Sie thematisiert in Fernsehdokumentationen und filmischen Kampagnen die schwierigen Lebensumstände der Roma in Europa („Mundi Romani“); „Trapped“ – The Forgotten Story of the Mitrovica Roma“ wurde 2008 und 2009 bei diversen Festivals mehrfach nominiert als beste Dokumentation/beste Reportage. Alle Filme von Katalin Barsony sind bei „Mundi Romani – the World through Roma Eyes“, unterstützt von Open Society Institute, zu sehen (http://www.mundiromani.com/).
Katalin Bársony arbeitete im Europäischen Parlament und war Roma Expertin im Roma Participation Program des Open Society Institute in Budapest sowie im European Roma Information Office in Brüssel.
“THE PIED PIPER OF HÜTZOVINA”
Von Pavla Fleischer, Cargo Records 2008.
“The only way to get closer to him was to follow him”
Eine Reise durch die Ukraine mit Eugene Hütz, besser bekannt als Gogol Bordello, auf der Suche nach seinen Roma-Wurzeln. Filmemacherin Pavla Fleischer […] folgte Hütz 2006 in die Ukraine und filmte ihn bei der Suche nach Teilen seiner Familie, die zurückblieb, als er 1986 vor der Chernobyl-Katastrophe floh. „Der Film verbindet alle relevanten Punkte der Zigeunerkultur in Ungarn, der Ukraine, Russland und Sibirien, von den Manifestationen in der Elite-Gesellschaft bis hinunter zu den Musikern und Aktivisten in den Ghettos". (Backstage München)