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14.05.2019, ZUGABE
ZUGABE zu
GÖTTERSPEISE

mit JOSEF ZOTTER

In der Mai-ZUGABE begrüßen die Akademie Graz und das Schauspielhaus den steirischen Unternehmer, Chocolatier und "Andersmacher" Josef Zotter. Vor der Vorstellung von Noah Haidles "Götterspeise" wird der gelernte Koch- und Konditormeister, der auf dem Gelände der Schokoladenmanufaktur in Riegersburg auch einen "essbaren Tiergarten" betreibt und einen Friedhof der Schokoladen-Ideen unterhält, über seine mittlerweile weltumspannende Leidenschaft zu Kakao berichten, das ein oder andere bitter-süße Geheimnis verraten und der Frage nachgehen, ob es möglich ist, mit Schokolade die Welt zu verbessern. Im Anschluss an die Vorstellung gibt es Gelegenheit zum Plausch mit dem Ensemble der "Götterspeise"

 

 

01.05.2019 - 01.05.2019, REISE
HIER IST EUROPA
Mazedonien/Skopje

Wir dürfen uns keine grauen Zonen in Europa leisten, so Daniel S. Hamilton, Direktor und Professor am Zentrum für Transatlantische Beziehungen der Johns Hopkins University in Washington. Denn wenn man etwas aus der Geschichte lernen könne, dann dass in den Regionen des „Dazwischen“ –Osteuropa, Westbalkan und die Ukraine – sich die Zukunft Europas entscheiden werde.
Wir veranstalten Bildungsreisen in jene Regionen und Orte Europas, in denen paradigmatisch Problemkreise und Lösungsansätze, die für die Entwicklung der EU insgesamt Bedeutung haben, verdichtet sind.
Im Zentrum stehen Gesprächen mit Menschen, die politische Prozesse gestalten und an gesellschaftlichen Transformationen arbeiten, aus den Bereichen Kunst, Politik, Bildung, Wirtschaft und Soziales. Diese persönlichen Begegnungen begründen langfristige Verbindungen und Netzwerke. Gleichzeitig ermöglichen sie dichte Erfahrungen und konkretes Wissen über die kulturelle und politische Lage vor Ort.
Bisher fanden Reisen nach Sarajevo (2010), Tirana (2011), Zagreb (2012), Belgrad (2013), Strasbourg (2014) und Pristina (2015) statt.

 


 

25.04.2019, FRÜHLINGSVORLESUNG
FRÜHLINGSVORLESUNG von MICHAEL KÖHLMEIER
WER, WENN NICHT WIR

Herr Michael Köhlmeier wird auf Einladung des Privatgymnasiums Ursulinen für die SchülerInnen der Oberstufe eine Auszug seines Textes "Wer, wenn nicht wir" vortragen. Im Anschluß darauf haben die SchülerInnen wieder Gelegenheit in Diskurs mit dem Referent zu treten und sich gemeinsam mit dem Thema seines Vortrags auseinanderzusetzen! 

 

Kaum ein Wort lässt sich finden, dessen Bedeutung und Anwendung weniger eint, als das kleine Wörtchen Wir. Einmal tut es wohl, weil es dem einsamen Ich eine Heimat bietet und eine Ahnung auftreibt, woher es kommt, und eine Beruhigung bietet, die darin besteht, nicht für alles verantwortlich zu sein, die guten Taten als sicheres Geschenk, die bösen Taten als Veranlagung zu sehen, gegen die ein Ich nur schwer ankann. In der anderen Lesart wird das Wir zu Uniform, die man ablegen oder anlegen kann, je nachdem die Stimmung auf Freund oder Feind eingestellt ist. Dieses Wir ist immer ein zeitlich begrenztes und in seiner Stoßrichtung variables Wir, jeder kann sein Freund und Kampfgenosse werden, jeder sein Feind. Es ist ein aktuelles Wir. Es macht uns zu Zeitgenossen und zu Opportunisten, zu Rechthabern und Nicht-Rechthabern. In das erste Wir kann integriert werden. Es ist dem Ich nahe, es erzählt Geschichten. Geschichten berichten immer von anderen, auch wenn das Ich oder das Wir im Mittelpunkt steht. Das zweite Wir, das militärische, erzählt keine Geschichten, es erzählt Geschichte, es erzeugt Mythen, die keine andere Funktion haben, als Ideologie zu sanktionieren.

Über die Sprengkraft eines kleinen Wortes – wie wird aus intimster Familiengeschichte eine öffentliche Verpflichtung, ein Eid, die Begeisterung, für etwas zu sterben und für etwas zu töten, das niemand je gesehen hat, das nicht zur Familie gehört, über das sich keine Geschichten erzählen lassen?

25.04.2019, FRÜHLINGSVORLESUNG
FRÜHLINGSVORLESUNG von MICHAEL KÖHLMEIER
WER, WENN NICHT WIR - Teil II
24.04.2019, FRÜHLINGSVORLESUNG
FRÜHLINGSVORLESUNG von MICHAEL KÖHLMEIER
WER, WENN NICHT WIR - Teil I

Kaum ein Wort lässt sich finden, dessen Bedeutung und Anwendung weniger eint, als das kleine Wörtchen Wir. Einmal tut es wohl, weil es dem einsamen Ich eine Heimat bietet und eine Ahnung auftreibt, woher es kommt, und eine Beruhigung bietet, die darin besteht, nicht für alles verantwortlich zu sein, die guten Taten als sicheres Geschenk, die bösen Taten als Veranlagung zu sehen, gegen die ein Ich nur schwer ankann. In der anderen Lesart wird das Wir zu Uniform, die man ablegen oder anlegen kann, je nachdem die Stimmung auf Freund oder Feind eingestellt ist. Dieses Wir ist immer ein zeitlich begrenztes und in seiner Stoßrichtung variables Wir, jeder kann sein Freund und Kampfgenosse werden, jeder sein Feind. Es ist ein aktuelles Wir. Es macht uns zu Zeitgenossen und zu Opportunisten, zu Rechthabern und Nicht-Rechthabern. In das erste Wir kann integriert werden. Es ist dem Ich nahe, es erzählt Geschichten. Geschichten berichten immer von anderen, auch wenn das Ich oder das Wir im Mittelpunkt steht. Das zweite Wir, das militärische, erzählt keine Geschichten, es erzählt Geschichte, es erzeugt Mythen, die keine andere Funktion haben, als Ideologie zu sanktionieren.

Über die Sprengkraft eines kleinen Wortes – wie wird aus intimster Familiengeschichte eine öffentliche Verpflichtung, ein Eid, die Begeisterung, für etwas zu sterben und für etwas zu töten, das niemand je gesehen hat, das nicht zur Familie gehört, über das sich keine Geschichten erzählen lassen?

 


 

10.04.2019, LESUNG
ZURÜCK ZUR ZUKUNFT - Vortrag
Markus Metz, Georg Seeßlen

Buchpräsentation in Kooperation mit dem esc medien kunst labor:
„Markus Metz, Georg Seeßlen, Freiheitstraum und Kontrollmaschine. der (vielleicht) kommende Aufstand des nicht zu Ende befreiten Sklaven"
(bahoe books Wien 2018)

04.04.2019 - 04.04.2019, MAZEDONIEN/SKOPJE
PAYING ATTENTION

Eine Ausstellung zu Kunst und politischem Aktivismus in Nordmazedonien,
kuratiert von Suzana Milevska (NMK).

KünstlerInnen:
Darko Aleksovski, Marija Bozinovska Jones, Liljana Gjuzelova / Sašo Stanojkoviḱ


"Paying Attention" macht die Verantwortung und Komplizenschaft zum Thema. Der Aufruf zur Aufmerksamkeit ist ein Aufruf zu handeln. Seitens der Kunst geht es um das Aufgreifen einer Verantwortung für gesellschaftliche Entwicklungen, ebenso wie um das Einmahnen der Rolle der Kunst in diesen Prozessen. Es geht darum, das Vertrauen in das Potenzial und die Fähigkeit von Kunst zurückzugewinnen, so die renommierte Kuratorin Suzana Milevska aus Nordmazedonien.
Die Ausstellung ist der verstorbenen Künstlerin Lijana Gjuzelova (1935 - 2018) gewidmet.

Suzana Milevska, geb. 1961 in Bitola, Nordmazedonien, lebt als Kuratorin und visuelle Kulturtheoretikerin in Skopje. Sie leitet das Projekt TRACES – Horizon 2020, Transmitting of Contentious Cultural Heritages und ist Kuratorin der Ausstellung „Contentious Objects/Ashamed Subjects“ an der Politechnischen Universität in Mailand. Ihre Forschungsschwerpunkte sind politischer Aktivismus in der Kunst sowie kooperative, aktivistische und partizipative Methoden in der Kunst.

29.03.2019, LESUNG
BUCHPRÄSENTATION UND LESUNG
Ludwig Laher - Wo nur die Wiege stand

Kompositorisch ist das Kunststück, auf der einen Ebene immer weitere Informationen mit oft köstlichen Anekdoten zu den Windelhäusern großer Geister zu bieten und auf der anderen die Reflexion über das Gedenken weiterzutreiben, prächtig gelungen. Es sind gleichsam zwei Kreise, die sich immer neu ineinanderschieben, das Erzählerische, Informative und das Nachdenkliche, Reflexive. (Karl-Markus Gauß)
Kaum fünfzehn Kilometer liegen Braunau und Marktl voneinander entfernt. Gemeinsam ist beiden Orten am Inn, dass sie kurz Elternpaare mit Wickelkindern beherbergten, die Weltgeschichte machen sollten. Während Marktl versuchte, aus den ersten zwei Lebensjahren des deutschen Papstes möglichst viel Kapital zu schlagen, hadert Braunau mit seinem Schicksal, dauernd mit dem Winzling Adolf in Verbindung gebracht zu werden, der dort übers Windelfüllen doch nicht hinauskam.
Ludwig Lahers geistreicher, ebenso kurzweiliger wie vielschichtiger literarischer Essay über früh verlassene Geburtshäuser Prominenter spürt unter anderem der Frage nach, was es mit der vielbeschworenen, kaum je aber nachvollziehbar begründeten Aura solcher Schauplätze auf sich hat. Wie gehen die Kommunen mit ihnen um, wie die Gedenkinstitutionen selbst? Welche Blüten treiben merkantile und/oder politische Erwägungen? Warum ziehen bloße Windelorte überhaupt Neugierige an? Wie äußern sich die ehemaligen Windelträger selbst dazu, wenn sie es denn tun?
Von Hitler und Benedikt XVI. über Albert Einstein, Jean Paul, Robert Musil, Bert Brecht, Martin Luther, Johann Sebastian Bach, Paul Celan, Engelbert Dollfuß, Rosa Luxemburg bis hin zu Paul Klee reicht der assoziative Bogen eines Streifzuges, der wahrscheinlich Kopfschütteln, Schmunzeln und ungläubiges Staunen hervorrufen wird, aber auch zum ernsthaften Nachdenken anregen will.
   

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