04.11.2013 - 04.11.2013

Herbstvorlesung

Kontaminierte Landschaften I

Landschaften können uns Gefühle der Vertrautheit, der Geborgenheit, der Ruhe vermitteln. Doch so eine idealisierte Sicht kann trügerisch sein. Von vielen Landschaften wissen wir, dass sie in der Vergangenheit ihre Unschuld verloren haben, durch kriegerische Ereignisse, Schlachten, Massaker. Und es gibt zahlreiche Landschaften, in denen unsägliche Verbrechen, Massenmorde, verübt wurden, allerdings im Verborgenen, unter strenger Geheimhaltung. Manche dieser Orte sind bis heute nicht bekannt. Martin Pollack nennt sie kontaminierte Landschaften – kontaminiert durch verborgene Massengräber. Oft wurde das düstere Geheimnis dieser Orte erst Jahre oder Jahrzehnte später gelüftet, weil die politischen Umstände es vorher nicht zuließen, oder weil man es so genau nicht wissen wollte.
 

Martin Pollack, geb. 1944, ist Autor, Übersetzer und Journalist. Er studierte Slawistik und osteuropäische Geschichte, war Redakteur des „Spiegel“ in Wien und Warschau und ist seit 1998 als freier Autor tätig; mehrfach ausgezeichnet, insbesondere mit dem Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung (2011). Bücher u.a.: Der Tote im Bunker. Bericht über meinen Vater (2004), Warum wurden die Stanislaws erschossen? Reportagen (2008), Kaiser von Amerika. Die große Flucht aus Galizien (2010) und Die Wolfsjäger. Drei polnische Duette (zusammen mit Christoph Ransmayr, 2011). Ferner übersetzte Pollack sämtliche Werke von Ryszard Kapuśińki ins Deutsche.

Anfragen:
Akademie Graz, Elke Riedlberger
T: 0316 837985-14
E: elke.riedlberger@akademie-graz.at

 

PUBLIKATION / Essay-Reihe im Residenzverlag:

Frühlingsvorlesung & Herbstvorlesung
Redaktion: Astrid Kury, Claudia Romeder, Harald Klauhs
Wissenschaftliche Beratung: Peter Strasser (Graz), Thomas Macho (Berlin)

Akademie Graz in Kooperation mit GrazMuseum, Die Presse und Residenzverlag

unterstützt von:
Graz Kultur
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Nachlese
UNRUHE BEWAHREN
FRÜHLINGS- UND HERBSTVORLESUNGEN

Die Frühlings- und Herbstvorlesungen antworten auf eine Gegenwartstendenz, die immer ungemütlicher wird. Dem Fortschritt der Moderne wohnt eine Verschleißunruhe inne. Die Vergangenheit wird zunehmend entwertet, die Zukunft ihrer Substanz beraubt. Wer gegen diesen Strom schwimmen will, ermüdet rasch. Die Frühlings- und Herbstvorlesungen sind vom Prinzip Anachronie getragen, also von der Idee, dass engagierte Zeitgenossenschaft mit dem Mut zur Vorsicht ebenso wie der Leidenschaft für das Unzeitgemäße verknüpft werden sollte.

DIE VORLESUNGEN
Die Frühlings- und Herbstvorlesungen der Akademie Graz finden jedes Jahr zum Frühlingsbeginn und im November in der Zeit von Allerheiligen von Montag bis Dienstag in Form von zwei Abendvorlesungen statt.

 

 

 

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