03.11.2014 - 05.11.2014

HERBSTVORLESUNG VON ANNA KIM

Die Tyrannei der Sichtbarkeit - Das Öffentliche und das Private

Das Thema der Herbstvorlesung umfasst die großen politischen Felder des Öffentlichen und und des Privaten, mit dem Fokus auf die Sprache und das Schreiben. Es wird einerseits um Schattensprachen gehen, das heißt um Sprachen, die der privaten Sphäre zugeteilt sind, und um deren Verhältnis zur öffentlichen/offiziellen Sprache. Dies macht einen Exkurs über das Thema Sprache und Macht notwendig. Andererseits spricht Anna Kim über den Prozess des Verhörens und das Verhör als eine Sphäre jenseits des Öffentlichen und Privaten.

 

Anna Kim, geb. 1977 in Daejeon/Südkorea, ist eine österreichische Schriftstellerin, sie schreibt v.a. erzählende Prosa und Gedichte. Anna Kim lebt seit 1983 in Wien, wo sie Philosophie und Theaterwissenschaft studierte. Studienaufenthalt in London und Cambridge 2000 bis 2002. Sie veröffentlichte ihre Arbeiten ab 1999 in verschiedenen Literaturzeitschriften wie unter anderem manuskripte, Zwischenwelt und VOLLTEXT. Sie ist Mitglied der Grazer Autorenversammlung.
Ihr erster Roman „Die Bilderspur“ erschien 2004 im Droschl Verlag. Ihr zweiter Roman „Die gefrorene Zeit“ (Droschl 2008) erzählt von der Suche eines Kosovaren nach seiner verschwundenen Frau vor dem politischen Hintergrund des Balkankriegs. Aus intensiven Recherchen in Grönland speisen sich die literarische Reportage „Die Invasion des Privaten“ zu Fragen von Postkolonialismus und Identität (Droschl 20110) ebenso wie der 2012 bei Suhrkamp erschienene Roman „Anatomie einer Nacht“.
Auszeichnungen u.a.: Elias-Canetti-Stipendium 2009; Robert-Musil-Stipendium 2010; Literaturpreis der Europäischen Union 2012 für „Die gefrorene Zeit“.

 


 

PUBLIKATION

1. Die Frühlingsvorlesungen wurden bis 2008 im Styria Verlag publiziert, in der Reihe Bibliothek der Unruhe und des Bewahrens, hrsg. von Adolf Holl, Thomas Macho und Peter Strasser, Redaktion: Michael Fleischhacker und Harald Klauhs, Graz/Wien/Köln (Styria) 2002-2008. Mit 2008 hat der Styria Verlag die Reihe eingestellt.

Band 1: Peter Strasser: Der Gott aller Menschen. Eine philosophische Grenzüberschreitung (2002).
Band 2: Michael Fleischhacker (Hrsg.): Der Schutz des Menschen vor sich selbst. Eine Ethik zum Leben (2002).
Band 3: Hans Peter Duerr: Vom Nomaden zur Monade. 10.000 Jahre Menschheitsgeschichte (2002).
Band 4: Adolf Holl: Weihrauch und Schwefel. Ein Monolog (2003).
Band 5: Klaus Amann/Fabjan Hafner (Hrsg.): Mein Paradies und andere Orte der Begegnung (2003).
Band 6: Günther Schwarz: Worte des Rabbi Jeschu. Eine Wiederherstellung (2003).
Band 7: Rudolf Burger: Kleine Geschichte der Vergangenheit (2004).
Band 8: Monika Wogrolly-Domej: Abbilder Gottes. Demente, Komatöse, Hirntote (2004).
Band 9: Thomas Macho: Das zeremonielle Tier. Rituale - Feste - Zeiten zwischen den Zeiten (2004).
Band 10: Franz Schuh: Hilfe! Ein Versuch zur Güte (2005).
Band 11: Hans Georg Zilian: Unglück im Glück. Überleben in der Spaßgesellschaft (2005).
Band 12: Gabriele Sorgo: Abendmahl in Teufels Küche. Über die Mysterien der Warenwelt (2006).
Band 13: Konrad Paul Liessmann: Zukunft kommt! Über säkularisierte Heilserwartungen und ihre Enttäuschung (2007).
Band 14: Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz: Verzeihung des Unverzeihlichen? Ausflüge in Landschaften der Schuld und der Vergebung (2008).
Band 15: Doron Rabinovici: Der ewige Widerstand. Über einen strittigen Begriff (2008).


2. Mit der Frühlingsvorlesung 2009 wurde eine neue, eigenständige Essay-Reihe im Residenz-Verlag gestartet:

UNRUHE BEWAHREN - Frühlings- und Herbstvorlesungen der Akademie Graz
Residenz-Verlag: St.Pölten-Salzburg 2009 ff
Redaktion: Astrid Kury, Claudia Romeder, Harald Klauhs
Wissenschaftliche Beratung: Peter Strasser (Graz), Thomas Macho (Berlin)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Band   1: Dimitré Dinev, Barmherzigkeit, 2010
Band   2: Thomas Macho, Das Leben ist ungerecht, 2010
Außerhalb der Reihe: Anneliese Rohrer, Das Ende des Gehorsams, Verlag Braumüller 2011
Band   3: Peter Bieri: Wie wollen wir leben?, 2011
Band   4: Peter Strasser: Kein Tag ohne Erleichterung, 2012
Band   5: Helwig Brunner, Kathrin Passig, Franz Schuh, Die Kunst des Zwitscherns, mit einem Vorwort von Thomas Macho, 2012.
Band   6: Anna Mitgutsch: Die Grenze der Sprache, 2013
Band   7: Ilija Trojanow, Die Überflüssigen, 2013
Band   8: Martin Pollak, Kontaminierte Landschaften, 2014
Band   9: Klaus Theweleit, Das Lachen der Täter: Breivik u.a., 2014
Band 10: Anna Kim, vorrauss. Veröffentlichung Frühjahr 2015

03., 04. und 05. November 2014
Beginn: jeweil um 19:00 Uhr
GrazMuseum, Sackstraße 18, 8010 Graz


Anfragen und Anmeldung:

Akademie Graz, Elke Riedlberger
T: 0316 837985-14
E: elke.riedlberger@akademie-graz.at

unterstützt von:
Graz Kultur
Logo und Link Graz Museum
Logo und Link Residenz Verlag
Logo und Link Die Presse
Nachlese
UNRUHE BEWAHREN
FRÜHLINGS- UND HERBSTVORLESUNGEN

Die Frühlings- und Herbstvorlesungen antworten auf eine Gegenwartstendenz, die immer ungemütlicher wird. Dem Fortschritt der Moderne wohnt eine Verschleißunruhe inne. Die Vergangenheit wird zunehmend entwertet, die Zukunft ihrer Substanz beraubt. Wer gegen diesen Strom schwimmen will, ermüdet rasch. Die Frühlings- und Herbstvorlesungen sind vom Prinzip Anachronie getragen, also von der Idee, dass engagierte Zeitgenossenschaft mit dem Mut zur Vorsicht ebenso wie der Leidenschaft für das Unzeitgemäße verknüpft werden sollte.

DIE VORLESUNGEN
Die Frühlings- und Herbstvorlesungen der Akademie Graz finden jedes Jahr zum Frühlingsbeginn und im November in der Zeit von Allerheiligen von Montag bis Dienstag in Form von zwei Abendvorlesungen statt.

 

 

 

Herbstvorlesung
Kontaminierte Landschaften I

Landschaften können uns Gefühle der Vertrautheit, der Geborgenheit, der Ruhe vermitteln. Doch so eine idealisierte Sicht kann trügerisch sein. Von vielen Landschaften wissen wir, dass sie in der Vergangenheit ihre Unschuld verloren haben, durch kriegerische Ereignisse, Schlachten, Massaker. Und es gibt zahlreiche Landschaften, in denen unsägliche Verbrechen, Massenmorde, verübt wurden, allerdings im Verborgenen, unter strenger Geheimhaltung. Manche dieser Orte sind bis heute nicht bekannt. Martin Pollack nennt sie kontaminierte Landschaften – kontaminiert durch verborgene Massengräber. Oft wurde das düstere Geheimnis dieser Orte erst Jahre oder Jahrzehnte später gelüftet, weil die politischen Umstände es vorher nicht zuließen, oder weil man es so genau nicht wissen wollte.
 

Frühlingsvorlesung 2014
KLAUS THEWELEIT

Die Frühlings- und Herbstvorlesungen antworten auf eine Gegenwartstendenz, die immer ungemütlicher wird. Dem Fortschritt der Moderne wohnt eine Verschleißunruhe inne. Die Vergangenheit wird zunehmend entwertet, die Zukunft ihrer Substanz beraubt. Wer gegen diesen Strom schwimmen will, ermüdet rasch. Die Frühlings- und Herbstvorlesungen sind vom Prinzip Anachronie getragen, also von der Idee, dass engagierte Zeitgenossenschaft mit dem Mut zur Vorsicht ebenso wie der Leidenschaft für das Unzeitgemäße verknüpft werden sollte.

Die Essays der Vorlesungen werden ab 2009 im Residenzverlag in einer eigenen Reihe publiziert.

UNRUHE BEWAHREN - Frühlingsvorlesung & Herbstvorlesung
Akademie Graz in Kooperation mit GrazMuseum, DIE PRESSE und Residenz Verlag

DIE VORLESUNGEN
Die Frühlings- und Herbstvorlesungen der Akademie Graz finden jedes Jahr in der zu Frühlingsbeginn und im November in der Zeit von Allerheiligen von Montag bis Mittwoch in Form von drei Abendvorlesungen statt. Die Vorlesungen hatten in den letzten Jahren prominente Referentenaus dem deutschen Sprachraum, so zum Beispiel Konrad P. Liessmann („Zukunft kommt!“), Franz Schuh („Hilfe! Ein Versuch zur Güte“), Doron Rabinovic („Der ewige Widerstand“), Dimitré Dinev („Barmherzigkeit“), Thomas Macho („Das Leben ist ungerecht“), Anneliese Rohrer („Das Ende der Gehorsamkeit“), Kathrin Passig, („Zwitschern“), Peter Bieri/Pascal Mercier („Wie wollen wir leben?“) oder Ilija Trojanow („Der überflüssige Mensch“).

 

 

Akademie Graz
Neutorgasse 42, 8010 Graz
STADTPLAN

 

Tel: (0043) 0316 83 79 85 - 0
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