13.04.2016 - 13.04.2016

ZUGABE FOLGE XVII

AUFLEHNUNG ODER GEHORSAM

Marianne Gronemeyer ist eine radikale Kritikerin von Konsumkultur, Innovationsfieber, Effizienzdruck und Versäumnisangst. Bekannt wurde die Erziehungs- und Sozialwissenschaftlerin mit Büchern wie Das Leben als letzte Gelegenheit. Sicherheitsbedürfnisse und Zeitknappheit oder Genug ist genug. Die Kunst des Aufhörens. Auch in der Bildungsdebatte steht für sie die Frage nach dem „guten Leben“ im Vordergrund. Zu selbstverständlich scheint es uns heute, dass die Bedürfnisse der Institutionen über jene der Menschen dominieren.
Ein Zugabe anlässlich der Junk Opera „Struwwelpeter“ von Julian Crouch, Phelim McDermott und Martyn Jacques, Regie: Markus Bothe.

 


 

Prof. Dr. Marianne Gronemeyer,  geb. 1941 in Hamburg.

Studium der Erziehungswissenschaften an der Universität Hamburg und Studium der Musik an der Musikhochschule Hamburg. Von 1964 bis 1971 Lehrerin an einer Hamburger Haupt- und Realschule.
Studium der Sozialwissenschaften an den Universitäten Hamburg, Mainz und Bochum.
Dissertation: "Motivation und politisches Handeln" (Hoffmann und Campe 1976).
1971 bis 1977 Friedensforschung an der Universität Bochum. Projekttitel "Gesellschaftliche Bedingungen des Friedens".
Habilitationsschrift: "Die Macht der Bedürfnisse" (Rowohlt 1988).
1984 Gastprofessur am Institut für Höhere Studien, Wien.
1987 bis 2006 Professorin für Erziehungs- und Sozialwissenschaften an der Fachhochschule Wiesbaden.
1990 Forschungsaufenthalt am Wissenschaftszentrum Nordrhein-Westfalen/ Kulturwissenschaftliches Institut.
Ende der achtziger bis Anfang der neunziger Jahre Vorstandsmitglied im Komitee für Grundrechte und Demokratie. 1992 bis 1999 Aufsichtsratsmitglied bei Greenpeace e.V. Deutschland.
Seit 2006 wissenschaftliche Publizistin, zahlreiche Vorträge.
November 2011 Salzburger Landespreis für Zukunftsforschung.
November 2014 Preis der Dr. Margrit Egnér-Stiftung für anthropologische Psychologie und Nachbarwissenschaften, Zürich

Mittwoch, 13. April 2016, 18.30 Uhr
Schauspielhaus Graz, Salon 1. Rang
Eintritt zum Vortrag frei!

Im Anschluss an die Vorstellung laden wir Sie zu einem gemeinsamen
Gespräch mit Marianne Gronemeyer und den SchauspielerInnen ein.

Karten für die Vorstellung unter 0316 8000 oder
tickets@buehnen-graz.com sowie an der Abendkasse

Anfragen:
Akademie Graz, Schmiedgasse 40/1
8010 Graz; T: +43 316 837985-0
office@akademie-graz.at
www.akademie-graz.at

Infos zur Veranstaltung unter:
www.schauspielhaus-graz.com

unterstützt von:
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Nachlese
ZUGABE FOLGE XIII
Die Zukunft der Unterschicht

Eine Zusammenarbeit von Akademie Graz, Schauspielhaus Graz und Karl-Franzens-Universität Graz.


Gesellschaftliche und politische Reflexionen bilden den Hintergrund dramatischer Literatur. In der Reihe ZUGABE beziehen Expertinnen aus Wissenschaft, Philosophie, Wirtschaft und Politik Stellung zu aktuellen Fragen, die in Produktionen des Spielplans aufgeworfen werden. Bisher waren u. a. die Autorin Maja Haderlap, der Philosoph Robert Pfaller und der Psychoanalytiker Felix de Mendelssohn zu Gast.
Die „Zugaben“ vor Vorstellungsbeginn bieten Hintergrundwissen und Statements zu gesellschaftspolitischen Brennpunkten. Nach den Vorstellungen wird im Salon im 1. Rang zum Gespräch mit Expertinnen, Künstlerinnen und dem Publikum geladen.

Mittwoch, 15.10.2014, 18.45 Uhr Foyer im 3. Rang, Schauspielhaus Graz.
Vortrag von Wolfgang Engler zu „DIE PRÄSIDENTINNEN“ von Werner Schwab (Regie: Simone Blattner)
 

DIE PRODUKTION DER UNTERSCHICHT: In jeder wirtschaftlich fortgeschrittenen Gesellschaft gibt es zahlreiche Menschen, die nicht mehr mitkommen. Rein ökonomisch betrachtet sind sie überflüssig, nutzlos. Allerdings hat man Wege gefunden, moralischen Nutzen aus ihnen zu schlagen: Die äußerst prekäre Lage, in die man sie absichtsvoll versetzt, wirkt abschreckend auf die Mitglieder der anderen gesellschaftlichen Gruppen, „motiviert“ sie, die Zwänge, denen sie selber unterliegen, willig zu ertragen.

 

Im Anschluss an die Theateraufführung findet ein Zuschauergespräch mit Wolfgang Engler über den Vortrag und die Inszenierung statt.
 

ZUGABE FOLGE XIV
>> COMMUNITY <<

ALTERNATIVEN LEBEN: Neue Lebensmodelle, andere Werte, eine gerettete Welt?

Die Grazer Sozialwissenschafterin und Commons-Aktivist David Steinwender gibt Impulse und erzählt von Alternativen, die schon heute konkrete Lebenspraxis sind.
Dazu berichten Mitglieder des Hofkollektivs Wieserhoisl in Deutschlandsberg aus dem Alltag einer gelebten Vision: Ziel ihres gemeinschaftlichen Lebens und subsistenz-orientierten Arbeitens ist es, einer solidarischen und zukunftsfähigen Gesellschaft den Weg zu bereiten.

 


 

ZUGABE FOLGE XV
>> Weltfamilien und ihre Herausforderungen <<

Vortrag von Elisabeth Beck-Gernsheim, Soziologin (Institute for Cosmopolitan Studies, Universität München)

Was geschieht, wenn die nationale, religiöse, kulturelle, ethnische etc. Grenzen mitten durch Familien gehen? Kann es sein, dass, woran die große Welt scheitert, in den neuen Liebes- und Familienformen mitunter gelingt? Die Verflechtung der Welt ist unrevidierbar, sagt Elisabeth Beck-Gernsheim, und die interkulturellen Familien, die „Weltfamilien“, wie sie sie nennt, leben das schon heute.
 


 

ZUGABE XVI
>> WAR PORN <<

ZUGABE 
CACTUS LAND
Der Kriegsfotograf Christoph Bangert versammelte in seinem Buch „War Porn“ grausame Kriegsbilder, die nie veröffentlicht wurden. Im Gespräch mit Dramaturg Jan Stephan Schmieding spricht er über die vieldiskutierte Grenze zwischen differenzierter Auseinandersetzung und voyeuristischer Vermarktung sowie über die Frage, ob sich eine solche Grenze überhaupt festmachen lässt.
Eine ZUGABE anlässlich des Stücks „Cactus Land“, das anhand von Anthony Loyds Autobiografie
„My War Gone By, I Miss It So“ entwickelt wurde.
 

Akademie Graz
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