22.11.2018 - 22.11.2018

HERBSTVORLESUNG

KAPITALISMUS UND MORAL - Eine komplizierte Beziehung

 

Ute Frevert studierte in Münster, Bielefeld und an der London School of Economics Geschichte und Sozialwissenschaften, wurde 1982 in Bielefeld promoviert und habilitierte sich hier 1989 für das Fach Neuere Geschichte. Die berufliche Laufbahn führte sie über Professuren in Berlin (1991/1992), Konstanz (1992-1997) und Bielefeld

(1997-2003) an die Yale University, USA (2003-2007). 2007 Berufung zur Direktorin des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung, Berlin, Forschungsbereich „Geschichte der Gefühle“  und zum Wissenschaftlichen Mitglied der Max-Planck-Gesellschaft


Donnerstag, 22.11.2018
19.00 Uhr

Literaturhaus Graz
Elisabethstraße 30, 8010 Graz

Eine Veranstaltung von Akademie Graz
in Kooperation mit Literaturhaus Graz, Residenz Verlag, DIE PRESSE und Forschungsschwerpunkt Heterogenität und Kohäsion, KFU Graz

www.akademie-graz.at
www.literaturhaus-graz.at

unterstützt von:
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Graz Kultur
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Nachlese
HERBSTVORLESUNG
Die Welt aus den Angeln Äußere Umstände, Innere Zustände

Teil II: Wer gehört zu uns?
Liberale Träume, autoritäre Träume und das Ende der Demokratie

 

Europa – ein erneut ins Taumeln geratender Kontinent? Der Historiker und Autor Philipp Blom zieht eine Parallele zwischen historischen Krisensituationen und der Gegenwart: Klimawandel, Verteilungskämpfe und die Sehnsucht nach dem Autoritären bedrohen  Zusammenhalt, Wohlstand und sozialen Frieden in Europa. Was können wir dem entgegensetzen, wenn, wie Philipp Blom konstatiert, wir keine Zukunft gestalten wollen, so Blom, sondern nur die Gegenwart so lang wie möglich ausdehnen? Angesichts der Dimension und Komplexität sich abzeichnender Umbrüche, ist die Grenzen „dicht zu machen“, keine Lösung.

 

Philipp Blom, * 1970 in Hamburg, studierte Philosophie, Geschichte und Judaistik in Wien und Oxford. Der promovierte Historiker lebte und arbeitete in London und Paris als Autor und Journalist, seit 2006 in Wien. International bekannt wurde er mit seinen mehrfach ausgezeichneten Sachbüchern über die Aufklärung, den Ersten Weltkrieg und die Zwischenkriegszeit. Daneben verfasste er mehrere Romane. Radiohörern ist Blom als Moderator der Ö1-Diskussionssendung „Von Tag zu Tag“ bekannt. Publikationen u.a.: Bei Sturm am Meer, Wien 2016; Die zerrissenen Jahre. 1918–1938, München 2014; Böse Philosophen. Ein Salon in Paris und das vergessene Erbe der Aufklärung, München 2011; Der taumelnde Kontinent. Europa 1900–1914, München 2009.

HERBSTVORLESUNG
Catalin Dorian Florescu: Die Freiheit ist möglich I. Teil

Das Rad dreht sich immer schneller, alles ist in ständiger Bewegung, nichts darf ruhen, es herrschen Geschwindigkeit und Flüchtigkeit. Von der Glücksverheißung, die einem als Trost angeboten wird, bleibt oft nicht viel mehr als ein vages Unbehagen übrig. Die Aufklärung – das westliche Projekt, vernünftige und (selbst)verantwortliche Individualität durch Bildung, Erziehung und Kultur zu ermöglichen – scheint ihre Grenzen erreicht zu haben. Oder war es nie mehr als nur ein Versprechen? Wer kann hier Abhilfe leisten, nachdem die großen sozialen und ökonomischen Utopien, Kommunismus und Kapitalismus, sich angesichts ihrer Exzesse gründlich blamiert haben?

Ich widme meine Vortragsreihe der 32-jährigen Heather Heyer, die in Charlottesville, Virginia starb, als sie sich dem rechtsradikalen Mob in den Weg stellte. Sie sagte: „Wenn du nicht empört bist, schaust du nicht genau hin.“ (Catalin Dorian Florescu)
 

Eine Kooperation von Akademie Graz, Literaturhaus Graz und Residenz Verlag.

 


 

HERBSTVORLESUNG
Catalin Dorian Florescu: Die Freiheit ist möglich II. Teil

Das Rad dreht sich immer schneller, alles ist in ständiger Bewegung, nichts darf ruhen, es herrschen Geschwindigkeit und Flüchtigkeit. Von der Glücksverheißung, die einem als Trost angeboten wird, bleibt oft nicht viel mehr als ein vages Unbehagen übrig. Die Aufklärung – das westliche Projekt, vernünftige und (selbst)verantwortliche Individualität durch Bildung, Erziehung und Kultur zu ermöglichen – scheint ihre Grenzen erreicht zu haben. Oder war es nie mehr als nur ein Versprechen? Wer kann hier Abhilfe leisten, nachdem die großen sozialen und ökonomischen Utopien, Kommunismus und Kapitalismus, sich angesichts ihrer Exzesse gründlich blamiert haben?

Ich widme meine Vortragsreihe der 32-jährigen Heather Heyer, die in Charlottesville, Virginia starb, als sie sich dem rechtsradikalen Mob in den Weg stellte. Sie sagte: „Wenn du nicht empört bist, schaust du nicht genau hin.“ (Catalin Dorian Florescu)


Eine Kooperation von Akademie Graz, Literaturhaus Graz und Residenz Verlag.

 


 

HERBSTVORLESUNG
KAPITALISMUS UND MORAL - Eine komplizierte Beziehung

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