24.10.2018 - 16.11.2018

WENDELIN PRESSL

Die Weltanschauungsapparatur

Was sieht man, was nicht? Was findet man auf den zweiten Blick?
Vielleicht etwas, das nicht „ins Bild“ passt.

Wendelin Pressl beschäftigt sich mit poetischen Überschreibungen des Sehens in der Betrachtung von Himmelswänden, Steinmonden oder zukünftigen Hinterköpfen, aber auch mit politischen Apperzeptionsverweigerungen. Die Folgen der europäischen Gewalt umkreist er etwa in Formationen des zweiten Blicks. „Sternbildgrenzen“ ist eine Serie von Grafiken, wo die Umrisse von Sternbildern mit den willkürlichen Grenzziehungen der Kolonialzeit überschrieben werden. Einer historischen Skulptur eines afrikanischen Bogenschützen gibt er den fehlenden Pfeil zurück. Diese leichtfüßige Nacht- und Nebel-Kunstintervention negiert die gegenwärtig gewichtige Frage, ob Wegschauen eine Lösung ist.

Wendelin Pressl, geboren 1971 in Graz, lebt und arbeitet freischaffend in Wien;
Studium an der Meisterschule für Malerei Graz und an der Akademie der bildenden Künste Wien; zahlreiche Studienaufenthalte und Residencies wie u.a. in Rom, Budapest, Petömihályfa, Judenburg, Tirana und Brüssel;
Kunstförderungspreis der Stadt Graz, Staatsstipendium für bildende Kunst und Förderungspreis des Landes Steiermark für zeitgenössische bildende Kunst;
Publikationen: CIRCVS MAXIMVS, Schlebrügge.Editor; Dort wo ich nicht bin, dort ist das Glück, Bibliothek der Provinz; LUNA PARK, Revolver Publishing Berlin; Universelle Beobachtungsstelle, Kunst im Traklhaus Salzburg;
www.wendelinpressl.com

AUSSTELLUNG & KUNSTBEITRAG
in den LICHTUNGEN

Eröffnung
mit Lesung von Gertrude Grossegger

Mittwoch, 24.10.2018
19.00 Uhr

Akademie Graz
Neutorgasse 42, 8010 Graz

 

Öffnungszeiten:
Mo bis Do 10.00 - 17.00 Uhr
Fr 10.00 - 14.00 Uhr und nach Vereinbarung

Ausstellungsdauer:
25.10. - 16.11.2018

unterstützt von:
Logo Land Steiermark Kultur, Europa, Aussenbeziehungen
Graz Kultur
Link Bundeskanzleramt
Logo und Link Lichtungen
Nachlese
ÜBERLEBENSRÄUME
AUSSTELLUNG IN BUKAREST

Ausstellung von Lidija Mirkovic (DE/RS), Marina Rosselle (FR) und Tudor Bratu (RO/NL).

Die „Authentizität“ und Exotik informeller Siedlungen fasziniert die Wohlstandgesellschaft ebenso, wie sie sich davon bedroht fühlt. Einerseits stehen Slums für die „Unzivilisiertheit der Anderen“, andererseits ist das direkte Erleben von Slums bereits touristisches Programm. Informelle Siedlungen sind aber weder ein bunter Abenteuerspielplatz noch ein archaischer, gesetzesfreier Raum – wir wissen, dass die Freiheit der Armut keine ist.
„Überlebensräume“ ist eine künstlerisch-dokumentarische Recherche über die informellen Siedlungen in Serbien, Rumänien, aber auch in Österreich. Mit Hilfe von weggeworfenem Material wird hier ein Überleben in einer feindlichen Welt organisiert. Dieses eindrucksvolle Sich-Einrichten trotz allem zeugt von dem Bedürfnis nach der selbstbestimmten Gestaltung aller Lebensverhältnisse. Wie diese Überlebensräume beschaffen sind und wie sie funktionieren, ist Thema der Ausstellung.

ABGRUND
Neueröffnung der Akademie Graz

ABGRUND – was für ein schillerndes Wort! Man ist abgestoßen, will nicht hinunter ins Dunkle, Anarchische; man ist angezogen, spürt die Lockung des Unbekannten. Es ist ein Bild für die gegenwärtige Gratwanderung entlang zahlreicher Katastrophen. Vielleicht aber steckt darin auch das Potential einer neuen Utopie.

Kulturarbeit ist vielfach ein Arbeiten am Abgrund. Zum einen im Auftrag, genau hinzusehen und Abgründiges, wo es sich auftut, zur Sprache zu bringen. Zum anderen führen die Arbeitsbedingungen im Kulturbereich, infolge steter Kürzungen, viele Kulturinitiativen und Kunstschaffende an den Rand des Machbaren. Der Neustart der Akademie Graz, zum 30jährigen Bestehen, ist daher einer angesichts des Abgrunds: Ein Insistieren auf der Zusammengehörigkeit von Kultur und Bildung, ein Hervorheben des Werts von Zusammenarbeit, über alle Grenzen hinweg.


Der Neustart der Akademie Graz, zum 30järigen Bestehen, ist daher einer angesichts des Abgrunds: Ein Insistieren auf der Zusammengehörigkeit von Kultur und Bildung, ein Hervorheben des Werts von Zusammenarbeit, über alle Grenzen hinweg.


Eine Ausstellung visueller Poesie von
.aufzeichnensysteme, Anatol Knotek, Zuzana Husárová, Claudia Klučarić, Sabine Maier, Jörg Piringer, Sophie Reyer, Günter Vallaster, Andrea Zámbori, Jörg Zemmler

Kurator: Günter Vallaster

 

UTOPIE ABRUND, Vortrag von Peter Strasser

JEDER MENSCH IST EIN A++, Lesung von Georg Petz

 

Titelbild: Claudia Klučarić

 

 

Stories from the Edge
KünstlerInnengespräch und Katalogpräsentation

Ryts Monet, Nayari Castillo, Kate Howlett-Jones: STORIES FROM THE EDGE
präsentiert von Katrin Bucher, Kuratorin Kunsthaus Graz

VANISHED LAND
JULIANA HÖSCHLOVA / SUJIN LIM Ausstellung

Eine Kooperation von St.A.i.R. Land Steiermark, Akademie Graz und EEZA.
Eine Gemeinschaftsausstellung von Juliana Höschlová und Sujin Lim im Rahmen des Styrian-Artist-in-Residence Programms des Landes Steiermark.

Juliana Höschlová hat im Archiv der Landesbibliothek alle Ausgaben der Tageszeitung Steirerkrone im Jahr der Flüchtlingskrise 2015 durchgesehen. Sie hat ausgewählte Bilder und Texte aus den Berichten der Tageszeitung in das Medium der Schwarz-Weiß-Zeichnung transformiert, die sie in einer Performance über den europäischen Alltagsrassismus präsentieren wird.

Für die Ausstellung Vanished Land zeigt Sujin Lim ein Video aus der Serie The Crude Sceneries und die Installation Collected Landscape. Thema ist das „Ausgraben“ sozialer und politischer Leitmotive, die den Landschaften eingeschrieben sind. In ihren Arbeiten liest Sujin Landschaften und menschliche Beziehungen anders und entwickelt so künstliche Landschaften als Geschichten, um das Unsichtbare sichtbar zu machen.


In the archive of the Styrian State Library Juliana Höschlová has gone through all editions of the daily newspaper Steirerkrone of the year of refugee crisis in 2015. She transformed selected texts and images from the reports in the daily newspaper into the medium of black and white drawing. These drawings she presents in a performance on the everyday racism in Europe.

For the exhibition Vanished Land, Sujin Lim presents a video of The Crude Sceneries and the installation piece Collected Landscape. The works are about unearthing the social and political leitmotifs inherently embedded in landscapes. In her pieces, Sujin re-reads landscapes and human relationships and creates artificial landscapes as stories to make the invisible visible

Akademie Graz
Neutorgasse 42, 8010 Graz
STADTPLAN

 

Tel: (0043) 0316 83 79 85 - 0
office@akademie-graz.at
www.akademie-graz.at