06.06.2019 - 05.07.2019

ATELIER10

Ausstellung & Kunstbeitrag in den LICHTUNGEN

Kuratiert von Florian Reese und Astrid Kury.
 
mit Arbeiten von: Franziska Fischer, Johannes Grammel, Katharina Kleibel, Franza Maier, Manfred Muer, Franz Nigl, Michaela Polacek

 

ATELIER10 der Caritas Wien
Team: Gabriele Ludescher, Ann Muller, Florian Reese
KünstlerInnen: Franziska Fischer, Johannes Grammel, Christos Haas, Alina Hofer, Peter Kapeller, Katharina Kleibel, Franza Maier, Andreas Maurer, Manfred Muer, Brigitte Nehiba, Herbert Neuhauser, Franz Nigl, Michaela Polacek, Stefanie Schauer, Elisa Schlifke, August Staudenmayer, Stefan Wimmreuter. www.atelier10.eu


Um jenen KünstlerInnen Raum und kulturelle Sichtbarkeit zu bieten, die sich aus ihrer sozialen Randlage heraus nicht ausreichend selbständig in einen kulturellen Kontext begeben können, gründete die Caritas Wien das ATELIER10, eine lose Ateliergemeinschaft. Erkrankung oder Behinderung stehen dabei aber nicht im Vordergrund. Ziel ist es, gerade die Kunst als das wohl einzige Metier zu begreifen, das tatsächlich weitgehend barrierefrei ist.

 

Bios:
Florian REESE, * 1967 in Singen (D), seit 1987 diverse künstlerische Tätigkeiten, 1992 Praktikum im Haus der Künstler, Gugging (A), bis 1996 Fachhochschulstudium Kunsttherapie in Nürtingen (D), 1996–2000 künstlerische Workshopleitung bei Coopérations in Wiltz (L), 2000–2011 Leitung Atelier Gugging und stv. Leitung SHE Haus der Künstler, Gugging (A). Seit 2011 Aufbau und Leitung des Atelier 10, Caritas Wien (A) / künstlerischer Atelier- und Galeriebetrieb.
Michaela POLACEK wurde 1972 in Wien geboren und arbeitete nach einer kaufmännischen Lehre fünf Jahre als Bürokraft. Danach machte sie den Flugschein für ‚Einmotorige‘. 2002 näherte sich Polacek erstmals künstlerischen Medien und begann auf kleinen Formaten mit figurativen Illustrationen und Mischtechniken zu experimentieren. Seit 2012 arbeitet Polacek im ATELIER 10. Dort änderte sie ihre Arbeitsweise abrupt und erweiterte ihre Formate, grafischen Dimensionen und Vokabular um ein Vielfaches.
Katharina KLEIBEL wurde 1967 in St. Pölten in ein bibliophiles Umfeld hineingeboren (Otto Müller Verlag, Steinbrener Verlag). So entdeckte und setzte Kleibel schon frühzeitig die Schrift als für sie optimales Ausdrucksmedium ein. Anfang 2012 besuchte sie erstmals das ATELIER 10. Damals entwickelte sie auch ihre heutige Technik – Textilien mit Schrift-Applikationen zu Kunstobjekten zu transformieren. Kleibels Assemblagen mit den Schrift-Stickereien funktionieren als offensives Sprachrohr und generieren ihre ganz persönliche Form von „Punk“.
Franza MAIER (* 1974, Eisenstadt) arbeitet mit starken Kontrasten. Maier mischt abstrakte mit figurativen, zeichnerische mit malerischen und geometrische mit organischen Elementen. Maier spielt mit der Sterilität technischer Zeichnungen und konfrontiert sie mit schnellen Konturstrichen oder Collagen. Ebenso abrupt wechselt Maier die Farblichkeit – mal arbeitet sie transparent, mit sanften Tönen, um dann wieder vereinzelte, beißend knallige Akzente zu setzen. Maier besuchte ab 2003 die Universität für angewandte Kunst und nutzt seit 2014 das ATELIER 10.
Johannes GRAMMEL (* 1985, Korneuburg) studierte bei Carola Dertnig auf der Akademie der bildenden Künste in Wien und schloss 2013 ab. Seit 2014 arbeitet Grammel im ATELIER 10. Grammel arbeitete in den Bereichen Performance, Video, Fotografie sowie bildender Kunst und experimentierte an ihren Schnittstellen. In den vergangenen Jahren konzentriert sich seine Arbeit auf technische, formale und inhaltliche Details im Segment der Zeichnung. Zuletzt befasste sich Grammel intensiv mit der stofflichen Wechselwirkung zwischen Ölkreiden und dem Kopierstift.
Franziska FISCHER (* 1968, Wien) findet ihr Arbeitsmaterial in den umliegenden Wäldern nahe des Böhmischen Praters. Fischer überprüft die Materialien auf ihre Teilbarkeit, zerpflückt sie, seziert sie. Jenseits aller technischen Traditionen verarbeitet Fischer die Fragmente, indem sie sie scheinbar wahllos miteinander verknüpft, verklebt, verbindet. Fischers zerbrechliche Objekte sind Zeugnisse einer radikalen Aneignung von Teilen ihrer Umwelt. Fischers Environment befindet sich im steten Wandel von Erneuerung und Entsorgung.
Franz NIGL (*1970, Wachau) wandte sich zunächst der Malerei und Musik zu. Neben eigenen musikalischen Formationen und Produktionen folgten in den 1990-er Jahren experimentelle, performative Aktionen. Seine ersten Tonfiguren entstanden Ende der 1980-er Jahre. Als Nigl 2013 das Raumangebot des ATELIER 10 zu nutzen begann, entwickelte er das Erscheinungsbild seiner Figuren sukzessive weiter. Ohne Glasur und Effekte suchte er nach einer Reduktion der klassischen Mittel. Durch die Wahl des grob schamottierten Terra Nigra-Tons und der wachsenden Stückzahl rückte Nigl den Fokus der einzelnen Figur auf die eigentümliche Wirkung einer invasiven Population mit dunklen, archaisch-rätselhafter Provenienz.
Manfred MUER (*1982, Wien) baute bereits in frühen Jahren mit allen ihm zur Verfügung stehenden Materialien an Objekten und Miniaturen. Seit 2005 arbeitet Muer täglich, in seinem WG-Zimmer der Caritas Wien, an einer Landschaft, die den gesamten Raum des Zimmers einnimmt – Gebäudeteile vom Boden bis zur Decke, verbunden mit Brückenkonstruktionen und kombiniert mit zahlreichen Elektro-Installationen. Ausgewählte Lego- und Playmobilteile werden mit Elementen aus Holz, Kunststoff und Karton kombiniert, zugeschnitten, geschliffen und verklebt. Seit 2012 ist Muer im ATELIER 10, wo er parallel an seinem zweiten Environment als begehbare Kunst-Installation arbeitet. Muer konzentriert die gewöhnliche Welt aus Stadt & Häuslichkeit auf engstem Raum; sein Wohnbereich und Atelier sind Gesamtkunstwerke in progress.

Donnerstag, 6. Juni 2019
Beginn: 19 Uhr

 

Akademie Graz
Neutorgasse 42
8010 Graz

 

Ausstellungsdauer:
08. – 05. Juli 2019

 

Öffnungszeiten:
MO – DO 10 –17 Uhr
FR 10 – 14 Uhr und nach Vereinbarung

unterstützt von:
Logo Land Steiermark Kultur, Europa, Aussenbeziehungen
Graz Kultur
Link Bundeskanzleramt
Logo und Link Caritas
Logo und Link Lichtungen
Nachlese
Stories from the Edge
KünstlerInnengespräch und Katalogpräsentation

Ryts Monet, Nayari Castillo, Kate Howlett-Jones: STORIES FROM THE EDGE
präsentiert von Katrin Bucher, Kuratorin Kunsthaus Graz

VANISHED LAND
JULIANA HÖSCHLOVA / SUJIN LIM Ausstellung

Eine Kooperation von St.A.i.R. Land Steiermark, Akademie Graz und EEZA.
Eine Gemeinschaftsausstellung von Juliana Höschlová und Sujin Lim im Rahmen des Styrian-Artist-in-Residence Programms des Landes Steiermark.

Juliana Höschlová hat im Archiv der Landesbibliothek alle Ausgaben der Tageszeitung Steirerkrone im Jahr der Flüchtlingskrise 2015 durchgesehen. Sie hat ausgewählte Bilder und Texte aus den Berichten der Tageszeitung in das Medium der Schwarz-Weiß-Zeichnung transformiert, die sie in einer Performance über den europäischen Alltagsrassismus präsentieren wird.

Für die Ausstellung Vanished Land zeigt Sujin Lim ein Video aus der Serie The Crude Sceneries und die Installation Collected Landscape. Thema ist das „Ausgraben“ sozialer und politischer Leitmotive, die den Landschaften eingeschrieben sind. In ihren Arbeiten liest Sujin Landschaften und menschliche Beziehungen anders und entwickelt so künstliche Landschaften als Geschichten, um das Unsichtbare sichtbar zu machen.


In the archive of the Styrian State Library Juliana Höschlová has gone through all editions of the daily newspaper Steirerkrone of the year of refugee crisis in 2015. She transformed selected texts and images from the reports in the daily newspaper into the medium of black and white drawing. These drawings she presents in a performance on the everyday racism in Europe.

For the exhibition Vanished Land, Sujin Lim presents a video of The Crude Sceneries and the installation piece Collected Landscape. The works are about unearthing the social and political leitmotifs inherently embedded in landscapes. In her pieces, Sujin re-reads landscapes and human relationships and creates artificial landscapes as stories to make the invisible visible

WENDELIN PRESSL
Die Weltanschauungsapparatur

Was sieht man, was nicht? Was findet man auf den zweiten Blick?
Vielleicht etwas, das nicht „ins Bild“ passt.

Wendelin Pressl beschäftigt sich mit poetischen Überschreibungen des Sehens in der Betrachtung von Himmelswänden, Steinmonden oder zukünftigen Hinterköpfen, aber auch mit politischen Apperzeptionsverweigerungen. Die Folgen der europäischen Gewalt umkreist er etwa in Formationen des zweiten Blicks. „Sternbildgrenzen“ ist eine Serie von Grafiken, wo die Umrisse von Sternbildern mit den willkürlichen Grenzziehungen der Kolonialzeit überschrieben werden. Einer historischen Skulptur eines afrikanischen Bogenschützen gibt er den fehlenden Pfeil zurück. Diese leichtfüßige Nacht- und Nebel-Kunstintervention negiert die gegenwärtig gewichtige Frage, ob Wegschauen eine Lösung ist.

SHARING PERCEPTIONS
Videokunst-Ausstellung und Interkontinentales Live-Streaming mit Artists Talk in Graz und Tainan

SHARING PERCEPTIONS

Graz < > Tainan
Eine Ausstellung, zwei Orte.

Claudia Larcher / Hund und Horn / Leonhard Müllner & Robin Klengel /
Ulrike Königshofer / Chang Li-Ren 張立人 / Ho Ming-Kuei 何明桂/
Hsu Che-Yu 許哲瑜/ Tsai Pou-Ching 蔡咅璟/ Su Yu-Hsien 蘇育賢

Sharing Perceptions ist ein experimentelles Format für die Organisation globaler Zusammenarbeit in der Kunstvermittlung. Dieselbe Ausstellung, zu je einer Hälfte ausgewählt von Nicole Lai (Tainan/Taiwan) und Astrid Kury & Lea Titz (Graz), wird zeitgleich auf zwei Kontinenten gezeigt. Bei einer gemeinsamen Veranstaltung werden Wahrnehmungen und Sichtweisen von Künstlerinnen, Künstlern und Publikum mittels Livestream geteilt.
Die Auswahl der gezeigten Videoarbeiten konzentriert sich zum einen auf einen gemeinsamen, gleichsam globalen Blick auf die Welt und zum anderen auf die künstlerische Auseinandersetzung mit spezifisch lokalem Ambiente.

 

Akademie Graz
Neutorgasse 42, 8010 Graz
STADTPLAN

 

Tel: (0043) 0316 83 79 85 - 0
office@akademie-graz.at
www.akademie-graz.at