10.10.2019 - 15.11.2019

Kati Bruder: WIR ANDEREN

Ausstellung


Schwellen – eine Fotoserie in den Notschlafstellen von Kati Bruder

In ihren Fotoserien untersucht Kati Bruder die Ambivalenz von Sichtbarkeit: Wie bestimmen sozialer Status und Geschlecht die visuelle Wahrnehmung? Was wird von wem zu sehen gegeben? Welche Rolle spielt die symbolische Bedeutung des Blicks? Und welche Positionen nehmen wir ein, sobald sich eine Kamera auf uns richtet?


Das fotografische Projekt „WIR ANDEREN“ basiert auf einem Text aus dem Lettre International 02/2012:

„AM LIEBSTEN IST MIR, WENN ALLE RICHTIG VERTEILT WERDEN, DIE IRREN IN DIE IRRENANSTALT, DIE MÖRDER INS ZUCHTHAUS, UND WIR ANDEREN SIND ZU HAUSE, DAMIT WIR UNS DAS GANZE IM FAUTEUIL BEI EINEM TÄSSCHEN KAFFEE ANSEHEN.“– BELTEMPOInspiriert von Beltempos Text begann ich Gemeinschaften zu besuchen, immer auf der Spur nach den sozialen Verbindungen in Zusammenhang mit Räumen. Das WIR einer Gemeinschaft ist eine soziale Skulptur, der man angehört, die zugleich aber auch auf die ANDEREN blickt. Wir sind immer beides: sowohl Subjekt als auch Objekt. Einmal sind wir WIR und das andere Mal die ANDEREN.

Ich fotografiere Menschen, die durch räumliche Umstände von außen als Gruppe wahrgenommen werden. Dabei treffe ich sowohl Schicksalsgemeinschaften als auch selbstorganisierte oder temporäre Gemeinschaften. Immer bitte ich die an einem speziellen Ort lebenden Menschen, mir ihre Eingangstüre zu öffnen und sich im Vorraum zu positionieren.

WIR ANDEREN ist ein Projekt über Wahrnehmung und Bildung von Gemeinschaften in unserer Gesellschaft, dem Entstehen eines Wir-Gefühls, über Zusammenhalt, Ausgrenzung, Einsamkeit, räumliche Nähe und Isolation, Sichtbarkeit sowie Reprä- sentation. Ich untersuche die Verbindungen zwischen dem Blick auf verschiedene Gemeinschaften, deren Räumlichkeit und Verbundenheit. Dabei spielt auch die Reflexion des Blicks und der Vorgang des Sehens als kulturell geprägter Prozess eine große Rolle.

Folgenden Fragen gehe ich nach: Wann entwickelt sich durch räumliche Nähe ein Gemeinschaftsgefühl? Wird dieses Gefühl der Verbundenheit durch eine äußere Bedrohung erhöht? Was benötigen Gemeinschaften, um ein WIR-Gefühl etablieren zu können?

Die Fotoserie wird ständig erweitert und beinhaltet Bilder von unterschiedlichen Ge- meinschaften, Interviews mit den fotografierten Personen, Videos, Textbeiträgen von JournalistInnen, EthnologInnen, SoziologInnen, PhilosophInnen und KünstlerInnen. Ich kooperiere im Zuge des Projekts mit unterschiedlichen Personen und karitativen Einrichtungen, wie z.B. der Caritas Wien, ÄrztInnen und Privatpersonen.


Kati Bruder (geb. 1978, Graz) studierte an der Akademie der bildenden Künste Wien (Abschluss, 2015). Sie lernte den Umgang mit der Kamera bei Peter Kodera und arbeitet seit 2003 als freischaffende Fotografin mit dem Schwerpunkt Portrait. Kati Bruder lebt in Wien und arbeitet international.

Sie erhielt u.a. 2017 das Staatsstipendium für künstlerische Fotografie (A) und 2015 den Förderpreis für Fotografie der Stadt Graz, den Publikumspreis der Wiesbadner Fototage und den Anerkennungspreis des Europäischen Architekturfotowettbewerbs „architekturbild e.v.“. Lehrtätigkeit an der New Design University (NDU) in St. Pölten (Bildkompetenz). Ausstellungen im In- und Ausland: u.a. MAK – Museum für angewandte Kunst Wien, Museum für Fotografie – Helmut Newton Stiftung Berlin, DAM – Deutsches Architekturmuseum Frankfurt, Clervaux – cité de l’image Luxembourg, Literary Museum of Odesa, StageOne Zürich, Arebit Gallery und Getty Images Gallery London, Alkatraz Galerija Ljubljana …

http://www.katrinbruder.com

 

ERÖFFNUNG
Donnerstag, 10.10.2019
19.00 Uhr

 

ÖFFNUNGSZEITEN
Mo – Do 10.00 – 17.00, Fr 10.00 – 14.00
und nach Vereinbarung
 
AUSSTELLUNGSDAUER
11.10. bis 15.11.2019
 

Im Rahmen der Ausstellung "arm in Österreich",
die am 7. November 2019 um 19 Uhr
im Museum für Geschichte eröffnet wird.
unterstützt von:
Logo Land Steiermark Kultur, Europa, Aussenbeziehungen
Graz Kultur
Link Bundeskanzleramt
Nachlese
SCHALEN SCHLACHT MIT RUHELOS 4.1.2
Ausstellung Matthias Bürger-Mader

Danke

für den Fisch!
für Dich!
für Musen!
an mich, sowieso!
der Familie!
den Kindern!
an Alle!

 

Buchpräsentation
schwärmen + vernetzen

Das Projekt 'schwärmen + vernetzen' untersuchte die Möglichkeiten transdisziplinären Arbeitens in der Kunst. 

Ausstellung KARLA KOWALSKI
Oben der Himmel

Federzeichnungen auf japanischem Papier
In Erinnerung an Michael Szyskowitz
 

Wenn die gezeichnete Landschaft im Himmel gespiegelt erscheint, dann verwischen sich Himmel und Erde jenseits der Scheitellinie des Horizonts, dann mutieren Erd- und Wolkenräume trotz schwarzweißer Darstellung zu vielfarbig konzentrierten, imaginierten Seelenlandschaften, dann gewinnen zweidimensionale Skizzen eine kraftvolle Tiefe, die das Eintauchen in virtuelle Landschaften der dritten Dimension nur noch als eine Frage der Zeit erscheinen lässt. (Prof. Frank R. Werner / Universität Wuppertal)

 

Licht und Schatten
Ausstellung FATEMA HAMIDI

Fatema Hamidi ist Stipendiatin der Akademie Graz in Kooperation mit der Meisterschule für Kunst und Gestaltung der HTBLVA Ortweinschule Graz.

In der Gebärdensprache spielen Visualität, Bildlichkeit und der Körper eine zentrale Rolle. Das sind zugleich wichtige Zugänge zur kritischen Reflexion von Wahrnehmung in der bildenden Kunst. Fatema Hamidi erzählt in ihrem Video ein visuelles wie performatives Gedicht über "Licht und Schatten“. Im zugehörigen Objekt setzt sie sich mit Idee der Gabe auseinander.

Kunst beginnt bei der individuellen Auseinandersetzung mit der Welt und dem Wissen, dass uns etwas anderes gar nicht gegeben ist als dieser subjektive Blick. Die künstlerische Leistung besteht jedoch darin, aus einer sehr persönlichen Erfahrung eine für viele Menschen sprechende, repräsentative Erzählung zu schaffen. Das ist Fatema Hamidi in einem besonderen Ausmaß gelungen.

 

 

Akademie Graz
Neutorgasse 42, 8010 Graz
STADTPLAN

 

Tel: (0043) 0316 83 79 85 - 0
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