24.06.2022 - 26.08.2022

Die Vermessung des Raums

Anne Griswold Tyng

Eine Zusammenarbeit von Institut Raum und Gestalt an der TU Graz
und Akademie Graz.

«Abstrakte Formen und Proportionen der Geometrie überschreiten die Grenzen von Zeit und Raum, und doch beschreibt die Geometrie räumliche Beziehungen jedweden Maßstabes, vom subatomaren Teilchen bis hin zu Sternensystemen. Indem sie Ursprünge der Raumgestaltung zeigt, kann sie uns von der oberflächlichen Anwendung eines Stils befreien. Die wesentlichen Ordnungsprinzipien geometrischer Form vermeiden Redundanz und bieten zugleich unendlich viele greifbare Variationen der natürlichen Evolution und der menschlichen Kreativität.

Anne Griswold Tyng in: Louis I. Kahn, Die Ordnung der Ideen, Klaus-Peter Gast,
Birkhäuser - Basel, Berlin, Boston 1998, S. 7.

Anne Griswold Tyng (1920 – 2011) war Architektin und Professorin an der University of Pennsylvania und arbeitete fast 30 Jahre mit Louis Kahn, dessen zweite Frau sie auch war, zusammen. Im Vordergrund stehen allerdings fast nur die Projekte von Louis Kahn.
Das Beeindruckende ist nicht nur ihre Biographie, sondern ebenso ihr architektonisches wie auch theoretisches Werk. Am bekanntesten ist wohl das Trenton Bath House, aber auch die Deckenstruktur der Yale Art Gallery oder die Struktur des nie gebauten aber dennoch bekannten «City Tower» verbergen ihre Handschrift. 1944 graduierte sie als erste Frau an der Harvard University.


Aus ihrer Leidenschaft für Mathematik und Geometrie sowie das Forschen an räumlichen Strukturen und der Arbeit mit platonischen Körpern entstand
ein umfangreiches theoretisches Werk, das unter anderem Proportion in Relation an die Fibonacci-Reihe als universelles Ordnungsprinzip beschreibt.
Im Seminar Raum, das im Sommersemester 2022 stattfindet, beschäftigen wir uns mit dem Prinzip der Fibonacci-Reihe. Sie ist eine unendliche Annäherung an den Goldenen Schnitt, den sie nie bis Zuletzt erreicht. Die theoretische Arbeit von Griswold Tyng, die in ihrem Buch Inhabiting Geometry gefasst ist, ist Grundlage für dieses Seminar.

Als Abschluss des Semesters steht eine Ausstellung, die von einem eintägigen Symposium sowie einer Broschüre begleitet wird.
Ausstellungsort ist die Akademie Graz.

 

In der Art und Weise wie wir uns mit Anne Griswold Tyng und ihrem Werk in dieser Ausstellung auseinandersetzen, geht es darum, der Komplexität ihrer Gedanken auf die Spur zu kommen, analytisch Dinge der Natur ebenso wie Tyngs Architektur zu untersuchen und in gewisser Weise einander näher zu bringen. Vielleicht eröffnet sich dadurch ein Blick auf die Architektur, der elementare Instrumente des Entwurfs wie Geometrie und Proportion zum Thema macht, und nach diesen Kriterien einen Beitrag leistet zur Gestaltung unserer gebauten Umwelt. 

Die Vermessung des Raums
Anne Griswold Tyng

 

Freitag, 24.06.2022, 19 Uhr
Eröffnung der Ausstellung

Symposium: 14 bis 18 Uhr


Akademie Graz
Neutorgasse 42, 8010 Graz


Ausstellungsdauer: 27.06. bis 22.07.2022
und 16.08. bis 26.08.2022

Öffnungszeiten: Mo - Do von 10 bis 17 Uhr
Fr von 10 bis 14 Uhr und nach Vereinbarung

Eine Zusammenarbeit von Institut Raum und Gestalt, TU Graz und Akademie Graz

 

unterstützt von:
Graz Kultur
Nachlese
THE WET PAINTING
Oliver Klimpel & Erwin Polanc

Gemeinsam haben die Künstler eine neue Setzung erarbeitet, die auf die Anatomie des Raums und das Betrachten darin antwortet – mit Bildern von Erwin Polanc und Objekten von Oliver Klimpel.


Hinter dieser Rauminstallation aktueller Sichtbarkeiten im Ausstellungsraum der Akademie Graz steht die Frage nach einer sich verändernden Wahrnehmung. Ein Bild und die Bezüge der Bilder zueinander, das sind immer wieder nur flüchtige Antworten darauf, wie sich eine Sicht der Welt bildet. Am Potential des Dazwischen, wenn Bilder in den Raum eingreifen, Bildebenen in Konflikt miteinander geraten und Objekte bildhaft werden, wo also „alles ins Schwimmen gerät“, so Erwin Polanc, werden Zuschreibbarkeiten ins Fließen gebracht und die Begeisterung am Sehen und Entdecken geweckt. Eine Einladung an die Betrachter*innen also, unvermutet in einen anderen Film zu geraten...

 

THOMAS MARSEILER
OBSERVATORIUM

AUSSTELLUNG
Stipendium, Meisterschule für Kunst und Design an der
Ortweinschule Graz

Die keramischen Objekte von Thomas Marseiler faszinieren durch ihren Formenreichtum,
der die Lust am Sehen bewusst macht. Diese autonomen Formen hält er frei von jeder inhaltlichen Überforderung und konzentriert sich auf grenzüberschreitende Erkundungen des Materials, insbesondere der Glasuren. So entstehen farbintensive Brocken oder rumplige Fundstücke, Meteoriten gleich.
Eine ebensolche künstlerische Freude an der Freiheit findet er in den Traditionen keramischer Gefäßkunst, die er in Arrangements von stillgestellter Zeitlichkeit zeigt.
Er schafft so mit der keramischen Kunst eine atmosphärische Verdichtung, wie sie sonst eine Meisterschaft von Malerei oder Film ist.

Akademie Graz
Neutorgasse 42, 8010 Graz
STADTPLAN

 

Tel: (0043) 0316 83 79 85 - 0
office@akademie-graz.at
www.akademie-graz.at